Arachidonsäure und Samter-Trias

Wie die Krankheit entsteht – Welche Medikamente wie wirken – Was man selbst tun kann

Was ist Arachidonsäure? I Was läuft schief beim Samter-Syndrom? I Was tun bei Cox-Hemmung? I Wie wirkt Kortison? I Gegenspieler ∝-Linolensäure I Gleichgewicht fördern durch die richtigen Öle I EPA statt ∝-Linolensäure? I Zusammenfassungsgrafik

Welche Medikamente gibt es für Samter-Betroffene und wo und wie wirken sie? Was kann man selbst tun, um die Symptome zu verbessern? Das lässt sich am besten erklären, wenn man sich anschaut, wie die Symptome der Samter-Trias überhaupt entstehen. Dazu muss man sich den Stoffwechsel der Arachidonsäure anschauen, mit dem das Samter-Syndrom eng zusammen hängt.

Was ist denn eigentlich Arachidonsäure?

Arachidonsäure ist eine mehrfach ungesättigte Fettsäure. Sie kommt in tierischen Fetten unsere Nahrung vor. Unser Körper kann Arachidonsäure aber auch selbst aufbauen, aus der ebenfalls in der Nahrung vorkommenden Linolsäure.

Die Arachidonsäure wiederum ist das Baumaterial für Botenstoffe, die bei Entzündungen und Verletzungen ausgeschüttet werden – die sogenannten Eicosanoide. Sie sorgen dafür, dass der Körper angemessen auf solche „Angriffe“ reagiert. Es gibt drei Hauptgruppen von Eicosanoiden: Leukotriene (gesprochen: Leuko-tri-ene), Prostaglandine und Thromboxane. Jede Gruppe hat unterschiedliche und zum Teil gegensätzliche Aufgaben.

Die Wirkung der verschiedenen Eicosanoide ist sehr komplex und noch nicht vollständig erforscht. Bekannt ist aber, dass die aus der Arachidonsäure gebildeten Leukotriene eher entzündungsfördernd wirken und Gefäße und Bronchien verengen, während aus der Arachidonsäure gebildete Prostaglandine im normalen „Zellalltag“ Bronchien und Gefäße erweitern, vor allem aber eine wichtige Rolle bei Entzündungsreaktionen spielen und dann z.B. Schmerz und Fieber hervorrufen.

Arachidonsäure ist also das gemeinsame Ausgangsmaterial für sehr unterschiedlich wirkende Substanzen. In welche Art von Eicosanoiden die Arachidonsäure umgewandelt wird, hängt von dem Enzym ab, das an der Umwandlung beteiligt ist. Das Enzym Lipoxygenase (LOX) wandelt Arachidonsäure in Leukotriene um. Das Enzym Cyclooxygenase (COX) wandelt Arachidonsäure in Prostaglandine und Thromboxane um:

Grafische Darstellung der Umwandlung von Arachidonsäure zu Eicosanoiden

Umwandlung von Arachidonsäure zu Eicosanoiden

Was läuft schief beim Samter-Syndrom?

Schmerzen und Fieber sind normalerweise eine sinnvolle Reaktion des Körpers auf Entzündungen, denn sie setzen die nötigen Abwehrmechanismen in Gang, um Entzündungen, Infekte usw. zu bekämpfen. Manchmal will man aber Schmerzen und Fieber unterdrücken oder vermindern. Ein Weg das zu tun ist, das Enzym zu hemmen, dass die Umwandlung von Arachidonsäure in Prostaglandine bewirkt. Der bekannteste COX-Hemmer, wie solche Medikamente auch genannt werden, ist Aspirin. Der Wirkstoff, der die COX hemmt, ist Salicylsäure. Eine zweite Gruppe von Medikamenten – nicht-steroidale Antiphlogistika (NSAID) – hemmen ebenfalls das Enzym Coclyoxigenase, allerdings nicht über den Wirkstoff Salicylsäure, sondern über einen anderen Mechanismus.

Ist der Syntheseweg über die COX gehemmt, dann wird Arachidonsäure verstärkt über das Enzym Lipoxygenase (LOX) zu Leukotrienen umgewandelt. Da die Leukotriene aus Arachidonsäure jedoch stark bronchienverengend wirken, kann daduch bei empfindlichen Personen ein Asthmaanfall ausgelöst werden. Und voilá: da haben wir das Asthma der Samterianer 😉

Cox-Hemmer verhindern die Bildung von Prostaglaninen, stattdessen werden verstärkt Leukotriene gebildet.

Die Auswirkung von Cox-Hemmern

Was tun bei Cox-Hemmung?

Will man diesen Mechanismus unterdrücken, gibt es an dieser Stelle des Arachidonsäure-Stoffwechsels zwei-einhalb Möglichkeiten:

  • man vermeidet salicylsäurehaltige Medikamente und NSAIDs, aber auch z.B. Salicylate in der Nahrung
  • man verhindert, dass die gebildeten Leukotriene ihre Wirkung entfalten, indem man deren Rezeptoren mit sogenannten Leukotrienantagonisten (z.B. Montelukast, Singulair) blockiert
  • oder man hemmt die Lipoxygenase (LOX) und damit die Synthese von Leukotrienen; da das entsprechende Medikament – Zileuton – in Deutschland nicht zugelassen ist, ist diese Variante allerdings zur Zeit eher theoretisch
Grafische Übersciht der Wirkweise von COX-Hemmern, LOX-Hemmern und Leukotrienantagonisten im Arachidonsäurestoffwechsel bei Samter-Trias

Drei Wege, den asthmaauslösenden Mechanismus unterbrechen

Wie wirkt Kortison im Arachidonsäurestoffwechsel?

Wo kommt jetzt aber das Medikament ins Spiel, das die allermeisten Samter-Betroffenen gegen ihre Symptome einsetzen? Glukokortikoide – umgangssprachlich auch Kortison genannt – entfalten ihre Wirkung zu einem früheren Zeitpunkt im Arachidonsäure-stoffwechsel.

Wenn wir Arachidonsäure mit der Nahrung aufnehmen oder der Körper Arachidonsäure aus Linolsäure bildet, dann wird diese zuerst einmal in sogenannte Membranphospholipide eingebaut. Wie der Name vermuten lässt, sind Membranphopholipide ein Hauptbestandteil unserer Zellwände (und ungesättigte Fettsäuren wie die Arachidonsäure sind auch deshalb so wichtig, weil sie die Fluidität bzw. Beweglichkeit der Zellwände beeinflussen). Wird nun freie Arachidonsäure zur Bildung von Eicosanoiden gebraucht, dann muss sie zunächst aus dem dem Membranshospholipid wieder herausgelöst werden. Dafür ist das Enzym Phospholipase A2 (PLA2) zuständig.

An dieser Stelle greift Kortison ein: Es bewirkt die Bildung von Lipocortin-1, das wiederum das Enzym PLA2 hemmt, so dass keine freie Arachidonsäure mehr für die Eicosanoidsynthese zur Verfügung steht:

Grafische Darstellung der Hemmung von Phopholipase A2 durch Glukokortikoide im Arachidonsäsurestoffwechsel

Kortison hemmt die Phopholipase A2 und damit die Entstehung freier Arachidonsäure

Das Ergebnis: es werden keine Eicosanoide aus Arachidonsäure mehr gebildet – also auch keine gefäß- und bronchienverengenden Leukotriene.

Der natürliche Gegenspieler der Arachidonsäure: ∝-Linolensäure

Es gibt aber noch einen anderen Weg dafür zu sorgen, dass nicht zuviel Arachidonsäure im Körper freigesetzt wird.

Arachidonsäure kommt, wie gesagt, einerseits in unserer Nahrung vor und kann andererseits im Körper selbst aus Linolsäure gebildet werden. Um Linolsäure in Arachidonsäure umzuwandeln, braucht der Körper bestimmte Enzyme, unter anderem das Enzym Delta-6-Desaturase (D-6-D). Dasselbe Enzym wird aber auch gebraucht, um eine andere Fettsäure, nämlich ∝-Linolensäure, zu Eicosapentaensäure (EPA) umzuwandeln. Die beiden Fettsäuren Linolsäure und ∝-Linolensäure konkurrieren also um dasselbe Enzym. (Eigentlich konkurrieren sie sogar um 3 gleiche Enzyme, aber da das Prinzip immer dasselbe ist, soll uns hier D-6-D als exemplarisches Beispiel genügen.)

Je nachdem, in welchem Verhältnis Linolsäure und ∝-Linolensäure aus der Nahrung „im Angebot“ sind, werden die begrenzten Enzymressourcen genutzt, um Arachidonsäure oder EPA zu bilden, die dann ihrerseits für die Produktion von Eicosanoiden zur Verfügung stehen. Der Clou dabei ist: die aus EPA gebildeten Eicosanoide wirken anders als die Eicosanoide aus Arachidonsäure, z.T. sogar gegensätzlich. So sind beispielsweise die Prostaglandine aus Eicosapentaensäure unter anderem entzündungshemmend und gefäßerweiternd und zusätzlich hemmen die Leukotriene aus EPA die (entzündungsfördernden) Leukotriene aus Arachidonsäure.

Grafik die zeigt, an welchen Stellen alpha-Linolensäure in Konkurrenz zur Arachidonsäure steht

alpha-Linolensäure ist der natürliche Gegenspieler von Arachidonsäure

Es gibt also einen doppelten „Gegenspieler“-Effekt: der Ausgangsstoff für EPA (∝-Linolensäure) konkurriert mit dem Ausgangsstoff für Arachidonsäure (Linolsäure) um dasselbe Enzym. Und die Endprodukte (Eicosanoide der Serien 3 und 5 aus EPA und Eicosanoide der Serien 2 und 4 aus Arachidonsäure) wirken zumindest teilweise entgegengesetzt zueinander.

Wie kann ich das Gleichgewicht zwischen Arachidonsäure und EPA günstig beeinflussen?

Ziel ist es nun, durch eine kluge Auswahl von Fetten und Ölen dafür zu sorgen, dass nicht übermäßig Eicosanoide aus Arachidonsäure produziert werden. Wieviel genau dabei „übermäßig“ ist, lässt sich heute wohl noch nicht sicher sagen. (Schon deshalb, weil die verschiedenen Funktionen und Funktionsweisen der Fettsäuren und Eicosanoide noch nicht vollständig bekannt sind.) Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt jedoch, dass Gesunde die Fettsäuren Linolsäure (eine Omega-6-Fettsäure) und ∝-Linolensäure (eine Omega-3-Fettsäure) in einem Verhältnis von ≤ 5:1 zu sich nehmen sollten. (Durchschnittlich liegt dieses Verhältnis in Deutschland bei etwa 10:1.) Ausserdem sollten mehrfach ungesättigte Fettsäuren – und zu denen gehören Omega-6- und Omega-3-Öle – etwa ein Drittel der verzehrten Fette ausmachen (mindestens ein Drittel sollten einfach ungesättigte Fettsäuren sein, maximal ein Drittel gesättigte Fettsäuren).

Ein Öl, dass diesen Empfehlungen recht gut entgegen kommt, ist Rapsöl. Es enthält zu etwa 60% Ölsäure (eine einfach gesättigte Fettsäure), zu etwa 20% Linolsäure und zu etwa 10% ∝-Linolensäure. Sonnenblumenöl dagegen enthält zu ca. 20% Ölsäure, zu 70% Linolsäure und gar keine ∝-Linolensäure. Distelöl ist mit ca. 10% Ölsäure, etwa 80% Linolsäure und 0% ∝-Linolensäure noch weiter vom „idealen Fett“ entfernt. Ein weiterer Vorteil von Rapsöl ist, dass es sich gut erhitzen lässt und relativ geschmacksneutral ist, wodurch es sich für viele Zwecke und Gerichte einsetzen lässt.

Das ist bei Leinöl anders, das schnell ranzig wird, auf keinen Fall erhitzt werden sollte und auch einen sehr eigenen Geschmack mitbringt – den man mögen kann, oder auch nicht. Aber: Leinöl hält mit ca. 60% ∝-Linolensäure unter den heimischen Ölen den einsamen Spitzenplatz in der Kategorie der Omega-3-Öle. Es eignet sich deshalb sehr gut, wenn man seinen ∝-Linolensäure-Anteil an Fettsäuren gezielt erhöhen will. Dabei sollte man es aber, wie immer, auch nicht übertreiben. Denn zum einen ist unklar, welche Auswirkungen eine extrem einseitige Auswahl von Fettsäuren hätte. Zum anderen enthält Leinöl sehr wahrscheinlich auch zumindest kleine Mengen Salicylsäure (offizielle Werte dazu gibt es nicht – aber eben auch keine offizielle „Entwarnung“). Wie bei allen anderen Nahrungsmitteln auch, sollte man sich mit einer Salicylsäure-Unverträglichkeit deshalb langsam, z.B. halbteelöffelweise, an Leinöl herantasten um heraus zu finden, ob und welche Mengen wann am Tag einem gut tun. (Da sich Asthma bei entspannten Bronchien im Schlaf oft verschlechtert, ist es wahrscheinlich auch eine gute Idee, Leinöl erstmal morgens oder tagsüber zu testen.)

EPA statt ∝-Linolensäure?

Nun könnte man natürlich auch auf die Idee kommen, statt der ∝-Linolensäure dem Körper gleich das Endprodukt Eicosapentaensäure, also EPA, zur Verfügung zu stellen. Das wird auch tatsächlich häufig empfohlen und zwar in Form von Fischölkapseln, die EPA (und DHA) enthalten. Dabei gibt es aber zwei Haken.

Zum einen hat die Linolsäure ohne die ∝-Linolensäure keine Konkurrenz mehr für das Enzym D-6-D und kann es in vollem Umfang für die Produktion von Arachidonsäure nutzen. Zum anderen enthalten gängige Fischölkapseln im Schnitt etwa 30% Omega-3-Fettsäuren (EPA und DHA) – und aus welchen Fettsäuren besteht der Rest des Öls? Das ist in der Regel nicht erkennbar, weil nicht auf der Packung angegeben (genausowenig, wie meist die übrigen Inhaltsstoffe von Fischölkapseln deklariert sind). Gleichzeitig gibt es einige Berichte von Menschen mit Salicylsäure-Unverträglichkeit, die auf Fischölkapseln recht heftig reagiert haben. Wer Fischölkapseln testen möchte, solte also sehr vorsichtig an die Sache heran gehen.

Da empfiehlt es sich schon eher, regelmäßig Kaltwasserfische (z.B. Sardine, Hering, Thunfisch, Lachs oder Zander) zu essen, die ebenfalls EPA und DHA enthalten – und das in der Regel in verträglicher und sehr leckerer Form 🙂

Zusammenfassungsgrafik

Überblick Arachidonsäurestoffwechsel und Samter-Trias

Überblick Arachidonsäurestoffwechsel und Samter-Trias

Zum Nach- und Weiterlesen

Das ASS-Intoleranz-Syndrom: http://www.allergiezentrum.org/de/infos-fuer-aerzte/50-das-ass-intoleranz-syndrom
Florian Horn: Biochemie des Menschen, Kapitel Mediatoren, S. 413 – 419
Arachidonsäure Kaskade – Chemie-Wiki: http://chemieplanet.org/wiki/Arachidons%C3%A4ure_Kaskade
Die EFA-Maschine – Arachidonsäure und die bösen Prostaglandine: http://fett-falle.de/?v=30-EFA-Maschine&h=Eicosanoide
Delta-6-desaturase Links Polyunsaturated Fatty Acid Metabolism With Phospholipid Remodeling and Disease Progression in Heart Failure: http://circheartfailure.ahajournals.org/content/7/1/172/F1.expansion.html
chat mit dr. hebener, 15.3.2004 – liebeMS.net: http://www.liebems.net/doku/chatloghebener15-3-04
Eicosanoide – Chemgapedia: http://www.chemgapedia.de/vsengine/vlu/vsc/de/ch/8/bc/vlu/botenstoffe/prostaglandine.vlu/Page/vsc/de/ch/8/bc/botenstoffe/eicosanoide.vscml.html
eicosanoide – liebeMS.net: http://www.liebems.net/stichworte/eicosanoide
Eikosanoide – Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Eikosanoide
DocMedicus Vitalstofflexikon: http://www.vitalstoff-lexikon.de/Fettsaeuren/-Eicosapentaensaeure-EPA-/Funktionen.html
Fische und ihre Fette – liebeMS.net: http://www.liebems.net/stichworte/fischefette
Pflanzenöle – Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Pflanzen%C3%B6le.
Prostaglandine – Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Prostaglandine

20 Gedanken zu „Arachidonsäure und Samter-Trias

  1. Ich danke dir auch für deine Mühe und die vielen schematischen Erklärungen. Auch wenn ich das noch nicht alles ganz verstehen konnte. 🙂
    Danke, Sylke!

  2. Wäre es dann nicht sinnvoll Alpha Linolsäure und EPH und DHA zu nehmen? Ich probiere es zumindest gerade aus. Auf jeden Fall: vielen Dank für die tolle Darstellung. Ich hab sogar etwa verstanden. Mit Samter ist man echt aufgeschmissen, kaum ein Arzt kennt sich damit aus….

    • Hallo Oliver,
      ja, wenn alles so funktioniert, wie sich die Experten das zur Zeit erklären, dann ist es das. Problematisch kann sein, geeignete Quellen für diese Stoffe zu finden. Ich habe zB. länger mit Fischölkapseln und anderen EPA- und DHA-Produkten experimentiert – und immer Asthma davon bekommen! (Nur sehr frischen Kaltwasser-Fisch als EPA-Quelle vertrage ich – aber der ist in Berlin schwer zu bekommen.)

      Lass mich also unbedingt wissen, ob und mit welchen Nahrungsmitteln / Produkten du Erfolg hattest – das interessiert mich sehr!

      Viele Grüße und alles Gute,
      Sylke

      • Hallo Sylke,
        Den durchschlagenden Erfolg habe ich noch nicht. Ich habe fischöl Kapseln eigentlich immer gut vertragen, probiere aber im Moment Krillöl Kapseln aus. Die sollen angeblich besser wirken. Vielleicht verträgst du die besser? Es gibt eine gute Gruppe bei Facebook über Samter. Dort hatte mal jemand geschrieben dass es einen Fall gab bei dem sich jemand in den USA mit Fischöl mehr oder weniger geheilt hat. Der hatte 8 Monate recht hohe Dosen eingenommen (wie hoch müsste ich nochmal nachlesen). Vielleicht besteht ja doch Hoffnung….

  3. Ich vertrage bisher alle Öle so schlecht.
    Kapseln mit EPA oder DHA machen bei mir entsetzliche Migräne.
    Aber Leinöl oder Rapsöl „müssten“ doch irgendwie machbar sein.
    Momentan verwende ich nur Butter, aber mir fehlen dann doch total die ungesättigten Fettsäuren. ich habe den Verdacht, dass daher evtl. mein Heißhunger kommt. Ich habe gelesen, dass Du am Anfang nur raffiniertes Sonnenblumenöl vertragen hast, aber damit hatte ich bisher auch kein Glück.
    Woher hast Du das Leinöl, das Du verträgst? Welche Sorte/Marke? Und kannst Du mir evtl. für Salat einen Tipp geben, also auch da, welche Sorten/Marken Du für Dich am besten findest?

    Vielen herzlichen Dank!

    • Hallo Julia,
      ja, EPA-, DHA-Kapseln, alles was in Einnahemformat als Eicosapentaensäure daher kommt vertrage ich auch nicht: heftige Asthmaanfälle. Warum auch immer. Zum Glück sind ja aber ungesättigte Fettsäuren nicht nur in Kapseln 😉 Sondern zum Beispiel in Kaltwasserfischen (Hering, Lachs, Zander – wenn du die verträgst).

      Und wie sieht es aus mit Rapsöl? Das ist für den täglichen Gebrauch eigentlich ideal und hat alles, was man so braucht. Einfach ein raffniertes (!) Rapsöl nehmen (die kaltgepressten Öle haben viele Inhaltsstoffe, auf die empfindliche Menschen reagieren können).

      Leinöl nehm ich irgendeins, das mir schmeckt (die habe manchmal so einen komischen Nebengeschmack). Meist regionales hier aus der Gegend: Spreewälder heisst das glaub ich. Ich schau nochmal nach (hab grad keins da). Für Salat kannst du alle Öle nehmen, die du verträgst und dir schmecken, da das Salatöl ja nicht erhitzt wird. Zum Braten am besten nur Rapsöl (oder auch reines Schmalz), da es Hitze gut verträgt (Leinöl dagegen zB. darf nicht erhitzt werden, da es dann ranzig wird, dh. verdirbt).

      Übrigens: auch Butter hat ungesättigte Fettsäuren (ua. auch Omega-3-Festtsäuren (18:3)!) und ist sowieso viel besser als ihr Ruf (Hier findest du eine Tabelle mit der typschen Zusammensetzung von Fetten: http://www.dgfett.de/material/fszus.php ): Also wenn bei dir wirklich nur Butter geht, dann ist das auch gut. Mach dir da nicht zu viele Sorgen.

      Wg. Heisshunger: nimmst du denn ab? Dann hast du vermutlich schlicht zu wenig Kalorien. Ich bin in meinen schlechten Zeiten mit dem Essen kaum hinterher gekommen (2.700 kcal/Tag und das Gewicht ist weiter runter gegangen). Aber das hat sich bei mir nach einer Weile von selbst wieder normalisiert.

      Viele Grüße
      Sylke

  4. Hallo,

    nachdem ich mich jetzt auch immer weiter mit der Materie beschäftigt habe, könnte es vielleicht noch einen anderen Ansatz geben. Und zwar bei der Verstoffwechselung von DLGA in Arachidonsäure. soweit ich das verstanden habe ist dafür nicht das Enzym D-6-D verantwortlich sondern D-5-D. Dieses wird wiederum von Insulin aktiviert. Daraus habe ich geschlossen, dass es besser ist möglichst auf Zucker zu verzichten, bzw seinen Blutzuckerspiegel niedrig und konstant zu halten, um weniger Arachidonsäure über Delta-5-Desaturase entstehen zu lassen. Das deckt sich ja auch mit den Empfehlungen für zb Rheumakranke die auch durch ein zuviel an Arachidonsäure leiden. Den Blutzuckerspiegel kann man natürlich mit Ernährung senken, aber zb, auch Zimt soll gut dabei helfen. Ebenso hemmt Kurkuma (da bin ich noch auf der Suche nach einer guten Einnahmeform und Menge), das Enzym D-5. Wobei Kurkuma eh ein guter Kandidat zu sein scheint, da es eine ähnliche Wirkungsweise wie Cortison hat und auch in den LOX Stoffwechsel korrigierend eingreift. Vielleicht hilft es ja, vielleicht auch nicht. Wollte das nur mal als Anregung aufgreifen, muss auch noch weiter in die Richtung recherchieren. Vielleicht hilft auch eine Kombination aus Omega 3 bzw EPA und DHA und Hemmung der D-5-Desaturase.
    Immerhin wurde ich in 10 Jahren bisher nur einmal an den Nebenhöhlen operiert und mein Asthma ist auch relativ gut unter Kontrolle, von daher scheint es schon irgendwas zu bringen. Wenn ich alle alternativen Mittel absetze und zb nur ein Kortison Nasenspray nehme geht es mir auf jeden Fall deutlich schlechter. Aber ich würde meinen Zustand doch noch sehr gerne deutlich verbessern.

    Euch ein gutes neues Jahr und viele Grüße

    Oliver

    • Hallo Oliver,
      welche alternativen Mittel nutzt du denn aktuell? Bei Kurkuma fällt mir nur spontan ein, dass der Sali-Gehalt sehr hoch ist: da hätte ich glaub ich nicht die Traute, das zu nehmen. Nimmst du das „ein“? Und reagierst du darauf nicht?
      Der Ansatz ist jedenfalls spannend: würde gerne mehr darüber hören, wenn du weiter recherchierst!!
      Viele Grüße – und komm du auch gut ins Neue!
      Sylke

      • ok, jetzt hat es länger gedauert mit der Antwort aber ich bin noch da 🙂
        Kurkuma vertrage ich sehr gut, auf Lebensmittel reagiere ich auch nicht so arg. Das einzige was ich leider nicht vertrage ist Alkohol oder so Sachen wie zb getrocknetes Paprikapulver usw. Ich habe eine zeitlang liposomes Kurkuma genommen und davor Kurkuma mit schwarzem Pfeffer (gibt es als Kapsel). Mein Geruchssinn kam da immerhin ganz leicht zurück. Desweiteren habe ich Vitamin D, K2 und Magensium genommen um einfach mal Vitamin D richtig hoch aufzufüllen. Hab jetzt auch einen guten Wert und immerhin hat mich diesen Winter noch keine Erkältung erwischt. Dann hab ich noch Milchdistel dazu genommen (soll angeblich Leukotrine eindämmen). Im Moment teste ich Serrazimmes, das sind Enzyme die angeblich ganz gut bei Nebenhöhlenproblemen aller Art helfen und Lachsöl (2000 mg täglich), Vitamin E und Selen. Das sollte vielleicht helfen die Arachidonsäuren zu senken, zumindest nehmen das auch Leute mit MS und die haben ja auch Probleme damit. Wenn das mit dem konkurrierenden Enzym D5D stimmt, wäre es doch ratsam das Omega 3 vor dem Essen zu nehmen, dachte ich mir. Das mach ich jetzt auch, immer 2 Kapseln vor jeder größeren Mahlzeit. Immerhin ist meine Nase tagsüber frei, nur nachts nicht so. Aber ich kann durch die Nase atmen und das ist mir das wichtigste. Geruchssinn ist nur latent vorhanden. Ich bleib jetzt mal bei den Lachsöl Kapseln. Ich war neulich auch wieder beim CT hab aber noch keine Auswertung. Und beim Lungenarzt, der war sehr zufrieden mit meinen Werten. Immerhin. Wie bleiben dran 🙂

  5. P.S zum Thema Butter und Fleisch. Wichtig ist dass es von grasgefütterten Tieren kommt, bei Butter wäre das zb die Kerrygold (oder eine andere irische 🙂 ). Wenn die Tiere nicht natürlich gefüttert werden dürfte der Omega 3 Gehalt deutlich niedriger sein.

  6. Liebe Sylke und lieber Oliver,
    vielen herzlichen Dank für Eure Antworten und Eure Mühe, auch anlässlich meiner Fragen nochmal zu schreiben.
    Bzgl. Insulin: der Zusammenhang ist ja total spannend!!! ich versuche momentan, wegen meiner Heißhungerattacken die Kohlenhydrate drastisch zu reduzieren.
    Auch deshalb brauche ich ein Öl 😉 – ich hatte bisher ziemlich viel Joghurt und Dickmilch verwendet, um mir daraus Salatsauce zu machen. Wenn ich versuche, die Milchprodukte zu reduzieren/zu ersetzen, wäre Öl super.
    Wegen der raffinierten Pflanzenöle habe ich immer Bedenken, weil ja die Öle dadurch „schlechter“ werden und die eigentlich wichtigen Stoffe dadurch zerstört werden. Mir leuchtet ein, dass offenbar die Salizylate durch das Raffinieren weniger werden oder auch zerstört werden. Insgesamt wird ja auch abgeraten, Sonnenblumenöl und Rapsöl zu verwenden, weil „relativ“ zu viel Omega 6 enthalten sei; also erschien es mir bisher immer so, dass die Empfehlung, desodoriertes raffinierte Sonnenblumenöl zu verwenden, vor allem auf die Reduktion der Salizylate abzielt. Was ja auch – bei schwerer Symptomatik – schon ein großer Vorteil wäre. Trotzdem bin ich unsicher, wie ich am besten vorgehen soll, weil ich immer wieder den Eindruck habe, dass bei meiner momentan extrem einseitigen Ernährung eigentlich die Versorgung mit Fettsäuren bzw. das Ausbalancieren der verrücktgewordenen Arachidonsäure-Stoffwechsels nicht möglich ist.
    Seltsamerweise habe ich immer wieder das Gefühl gehabt, dass der Blutzuckerspiegel da mit hineinfunkt. Und in Histamin- und Salizylat-Symptom-Lawinen UND in Heißhungerattacken kriege ich immer so eine Gier auf Milchprodukte, das ist merkwürdig.

    Mal sehen, was wir noch herausfinden ;-))

    ich danke Euch allen hier ganz herzlich. Liebe Sylke, das ist wirklich sehr großzügig und unglaublich hilfsbereit von Dir, dass Du uns diese vielen Informationen und sogar eine Möglichkeit des Austauschs anbietest!

    Liebe Grüße
    Julia

  7. Ich heiße Heiner Warwas aus Bergtheim. Bin schon vor 27 Jahren an Samter Trias erkrankt durch Diclofenac.Habe schlimmes hinter mir. Was mir sehr gut geholfen hat ist Pankreatin (z.B. von der Fa Kreon). Es wird aus der Bauchspeicheldrüse von Schweinen gewonnen und in Lipasen gemessen . Dieses Enzym zersetzt Fette. Es gibt es in 10, 25 und 50.000 Lipasen. Ich nehme nach grösseren Essen eine 25.000 er. Es enthält weiter- Amylase (zersetzt Kohlenhydrate) und Protease (zersetzt Vitamine). Ich nehme es seit einem Jahr mit guten Erfolg. Wichtig ist auch Vitamin C für den Histaminabbau. Ich nehme eine Lutschtablette Acerola Kirsch (natürliches Vitamin C nicht syntetisch) und Rupafin (Antihistaminikum). Ich bin auch bei einer Selbsthilfegruppe VAEM. Sie wird von die Uni Erlangen begleitet. War dort und bekam nach 25 Jahren Leid eine Diagnose. Gruss an alle Leidenden Heiner

    • Lieber Heiner,
      willkommen auf Samter-Trias.de 🙂

      Eine Frage habe ich: wie bist du darauf gekommen, Lipasen zu nehmen? Die werden ja normalerweise, wie du schon schreibst, bei Fettverdauungsstörungen eingesetzt. Die Fettverdauung ist ja bei Samter-Trias normalerweise kein Problem. Hast du da eine „zweite Baustelle“?

      Viele Grüße
      Sylke

  8. Schmerzmittel schalten das Prostagladin 2 aus(macht Blut dick und fördert Entzündungen. Prostagladin 1 macht Blut dünn. Prostagladin 3 verhindert Entzündungen. Diese Prostagladine halten sich normalerweise im Gleichgewicht und du bist gesund. Bei manchen Menschen wird nicht nur Prostagladin 2 ausgeschaltet sondern auch Prostagladin 1 und 3 für immer geschädigt und du bist krank (Erbgutschaden). Das habe ich durch vieles lesen und medizinische Vorträge herausgefunden. Anilin wird zur Herstellung von Medikamenten und z.B. bei Lebensmittelfarbstoffen, Konservierungsmittel und Aromastoffen eingesetzt. Der Weg zum Anilin ist zuerst Steinkohle und Erdöl dann Benzol dann Nitrobenzol und dann Anilin. Andere Benzolverbindungen sind auch in der Kometik. Ich konnte auch jahrelang kein Parfüm riechen. Das hat sich in letzter Zeit aber verbessert. Benzol wurde in Baustoffen (Zement, Kleber usw) vor ca. 10 Jahren verboten, da es sehr Krebserregend ist. Den Tip mit dem Pankreatin bekam ich von meinen Sohn aus München, der hat auch massive Probleme.
    Lipase wird in unserer Bauchspeicheldrüse hergestellt. Prof.Raithel (Erlangen) hat es mir auch verschrieben und es für sehr gut befunden. 2 meiner Geschwister sind an Leukämie und einer an Mundschleimhautkrebs verstorben. Nun bemühe ich mein Wissen an andere weiter zu geben um weiteres Leid zu verhindern.
    Ich hoffe ich konnte helfen. Gruss Heiner

  9. Hallo nochmal der Heiner
    Arachidonsäure fördert die Leukotrienenbildung und kann heftige Entzündungen auslösen. Leukotriene befinden sich u.a. in den Mastzellen. Mastzellen sind das Verbindungsglied zwischen angeborenem Immunsystem und dem erworbenen Immunsystem. Substanzen der Mastzelle: Histamin, Heparin, Leukotriene, Prostagladine, Serinproteinasen und Cytokine. Durch Histaminliberatoren die an den Rezeptoren der Mastzelle andocken wird die prallgefüllte Mastzelle zum platzen gebracht und schütten Histamin aus. Zu den Histaminliberatoren zählen auch Ass und alle Salizylate. Es hilft die Karenz gegen alle Salizylate, Histaminliberatoren und Arachidonsäure. Gegen Histamin Histaminblocker und Leukotriene Kortison. Ich muß außerdem noch auf Gluten verzichten. Eine Fortbildung für Ärzte und Patienten in Erlangen vor zwei Jahren, wurde mit den Worten : „Wer die Ass Intoleranz oder das Samtertrias hat der ist sehr einsam. Den die Ass Intoleranz ist schlechte Werbung für die Pharmaindustrie und mit schlechter Werbung kann man keine Schmerzmittel verkaufen“ eröffnet. Durch die ständigen Entzündungen kann auch eine Mastozytose entstehen,es gibt verschiedene Arten und kann schlimm enden. Wertvolle Hinweise bekam ich auch bei der Mastozytose e.V. Die sind auch im Internet vertreten und man kann da vieles nachlesen. Momentan arbeite ich am Benzolring aber nur wenn ich Lust und Zeit habe. Der Benzolring kann in bestimmten fällen Krebs auslösen kann aber auch harmlos sein. Muß ich noch ein bisschen weiterlesen aber nur wenn ich Lust dazu habe. Es gibt nämlich noch andere Dinge im Leben. Gruß Heiner

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