Salicylsäure reduzieren, Schritt 1: Asthmaauslösende Medikamente vermeiden

Seit meiner Diagnose „Samter Trias“ habe ich die Menge an Salizylaten in meinem Leben radikal reduziert, so dass ich heute – außer bei „Unfällen“ (unreife Dosenbirnen, Aufenthalt in frisch renovierten Räumen, Kleintierstreu aus Holzspänen etc.) – kaum noch Asthmaanfälle durch Salicylsäure habe. Doch da hin zu kommen ging nicht auf einen Schlag. (Schon deshalb, weil mir zu Beginn viele der nötigen Informationen fehlten.) Rückblickend habe ich Salicylsäure in vier Schritten aus meinem Leben verbannt:

  1. ASS und andere salicylsäurehaltige und asthmaauslösende Medikamente vermeiden
  2. Konservierungsstoffe, Farbstoffe und Aromastoffe vermeiden
  3. Salizylsäurereiches Essen vermeiden
  4. Auf saliclysäurearme Ernährung umsteigen

Inzwischen denke ich, ich hätte die Umstellung wahrscheinlich nicht geschafft, wenn ich versucht hätte, alle diese Punkte auf einmal anzugehen. Es wäre einfach zuviel gleichzeitig zu beachten gewesen und solch eine radikale Lebens- und vor allem Ernährungsumstellung hätte mich vermutlich schlicht überfordert.

Weil es anderen vielleicht ebenso geht, will ich meine „vier Schritte zu weniger Salicylsäure in meinem Leben“ hier aufschreiben und hoffe, dem einen oder anderen helfen diese Infos vielleicht bei der eigenen Umstellung auf weniger Salizylate im eigenen Leben. Und für Menschen, deren Schwelle für Beschwerden bei Salicylsäure höher liegt, als bei mir, reichen vielleicht auch schon die ersten Schritte für eine Besserung 🙂

Wichtiger Hinweis: Ich habe alle Infos in diesem Beitrag nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert, bin aber keine Ärztin. Die Infos und Erfahrungen in diesem Beitrag stellen deshalb in keinem Fall einen ärztlichen Rat dar. Bevor Sie irgendwelche Medikamente einnehmen oder weglassen: besprechen Sie sich mit einem Arzt Ihres Vertrauens!

Los geht es in diesem Beitrag mit der Vermeidung von ASS und anderen salicylsäurehaltige und asthmaauslösenden Medikamenten.

1. Salicylsäurehaltige Medikamente vermeiden

Bei einer Salicylsäure-Unverträglichkeit gibt es ein paar offensichtliche Medikamente, die es zu vermeiden gilt, allen voran natürlich ASS, auch bekannt unter dem Markennamen Aspirin. ASS steht für den Wirkstoff des Medikamentes: Acetylsalicylsäure, welches, der Name lässt es vermuten, ein Derivat der Salicylsäure ist. In der Tat ist ASS so eng mit der Salicylsäure-Unverträglichkeit verbunden und löst so „zuverlässig“ die Symptome der Samter-Trias aus, dass diese sogar häufig als ASS-Intoleranz oder Aspirin-Unverträglichkeit bezeichnet wird.

Acetylsalicylsäure wird als Monopräparat (also mit dem alleinigen Wirkstoff ASS) weltweit in über 500 Fertigarzneimitteln unter verschiedenen Handelsnamen vermarktet, in Deutschland z.B. als Acesal, Alka-Seltzer, Godamed, Miniasal, Togal-ASS, Eudorlin … (vgl. Wikipedia: Aspirin). Es empfiehlt sich also, immer in der Packungsbeilage nachzuschauen, welchen Wirkstoff ein Medikament hat!

Das auch deshalb, weil neben Schmerzmitteln auch viele andere Medikamente Salizylate enthalten, bei denen man dies nicht sofort vermuten würde, z.B. viele Mittel gegen Akne, Warzen, Hühneraugen und Hornhaut, Salben und Tropfen gegen Bindehautentzündung, Medikamente gegen Schuppenflechte oder Rheumasalben. In wie vielen verschiedenen Medikamenten Salizylate enthalten sind, davon bekommt man zum Beispiel auf den folgenden Seiten einen ersten Eindruck: http://info.medikamente-per-klick.de/medikamentenglossar/salicylsaeure/ und http://www.chirurgie-portal.de/medikamente/anwendungsgebiete/salicylsaeure-haltige-zubereitungen.html .

2. Andere NSAID / NSAR vermeiden

Alle der oben aufgeführten salicylsäurehaltigen Medikamente gehören zur Gruppe der sogenannten NSAID oder NSAR. NSAID steht für „Non-steroidal anti-inflammatory drug“ (zu deutsch: „nicht-steroidale Antiphlogistika“). NSAR steht für „nicht-steroidale Antirheumatika“. Gemeint ist beidesmal dieselbe Gruppe von Medikamenten: Schmerzmittel (Nichtopioid-Analgetika), die wegen ihrer entzündungshemmenden (antiphlogistischen) Wirkung eingesetzt werden, unter anderem gegen Rheuma. (Im Gegensatz dazu werden Cortisol und seine Abkömmlinge als steroidale Antirheumatika bezeichnet.) (Quelle: Wikipedia: Nichtsteroidales Antirheumatikum)

Zu dieser Gruppe der NSAID gehören aber auch viele Medikamente die keine Salicylsäure oder Salizylate enthalten, wie z.B. Metamizol (Novaminsulfon), Piroxicam, Ibuprofen, Diclofenac oder Indomethacin (Quelle: http://www.allergiezentrum.org/de/infos-fuer-aerzte/50-das-ass-intoleranz-syndrom, siehe auch den Überblicksartikel Nichtopioid-Analgetikum in der Wikipedia). Auf dieser Medikamente reagieren Menschen mit Samter-Syndrom in der Regel jedoch ebenfalls mit Asthma. Warum ist das so?

Das liegt nach dem heutigen Stand der Forschung daran, dass alle NSAID (genauso wie alle Salizylate) unter anderem die Cyclooygenase-Enyzme 1 und 2 (COX-1 und COX-2) hemmen, die für den Abbau bzw. die Verstoffwechselung von Arachidonsäure wichtig sind.

Kleiner Exkurs zur Arachidonsäure

Stark vereinfacht erklärt, kann Arachidonsäure – eine mehrfach ungesättigte essentielle Fettsäure – im Köper auf mehreren Wegen verstoffwechselt werden. Dabei bildet der Körper neue Stoffe, zum Beispiel Prostaglandine und Leukotriene, die für verschiedene Prozesse im Körper, z.B. bei Entzündungen, wichtig sind. In welche Stoffe die Arachidonsäure umgewandelt wird, hängt davon ab, über welchen Weg und unter Beteiligung welcher Enzyme die Arachidonsäure verstoffwechselt wird. Im Zusammenhang mit dem Samter-Syndrom scheinen besonders zwei dieser Wege wichtig zu sein:

1. die Umwandlung von Arachidonsäure über die Cyclooxygenasen 1 und 2 (COX-1 und COX-2) zu Prostaglandinen (von denen eine Untergruppe entzündungshemmend, bronchien- und gefäßerweiternd wirkt)

2. die Umwandlung von Arachidonsäure über die Lipoxygenasen zu einer Gruppe von Leukotrienen, die entzündungsfördernd, gefäßverengend und bronchienverkrampfend wirken

Nach der Einnahme von NSAIDs (oder Salizylaten) werden also die Cyclooxygenase-Enzyme 1 und 2 gehemmt (weshalb man auch von COX-1- und 2-Hemmern spricht) und der Abbau der Arachidonsäure über diesen Weg wird verhindert. Stattdessen wird die Arachidonsäure massiv über die Lipoxygenasen abgebaut. Dadurch entstehen weniger Prostaglandine (die entzündungshemmend, bronchien- und gefäßerweiternd wirken) und stattdessen mehr Leukotriene einer Gruppe, die entzündungsfördernd, gefäßverengend und bronchienverkrampfend wirken. Voilà: Asthma.

Die Vorgänge beim Arachidonstoffwechsel sind selbstredend sehr viel komplexer, als hier dargestellt. Und es ist zum Beispiel auch ungeklärt, wieso COX-1 und COX-2-Hemmer bei Menschen mit Samter-Syndrom solche dramatischen Beschwerden auslösen, wenn der Rest der Menschheit diese Nebenwirkungen nicht verspürt.

Hier bleibt jedoch festzuhalten: „Um potenziell lebensbedrohlichen anaphylaktischen Reaktionen vorzubeugen, sollten die Patienten mit ASS-Unverträglichkeit Aspirin und alle anderen nicht-selektiven COX-Inhibitoren und NSAIDs konsequent meiden.“ (http://www.allergiezentrum.org/de/infos-fuer-aerzte/50-das-ass-intoleranz-syndrom )

Übrigens wissen das beleibe nicht alle Ärzte und Apotheker! Mir wurde von einer Ärztin z.B. explizit aufgrund meiner ASS-Intoleranz Ibuprofen als Ersatz empfohlen, die ich dann auch genommen habe – um mich ein paar Stunden später mit akuter Atemnot in der Notaufnahme des Krankenhauses wieder zu finden. Mein Rat ist deshalb: gesundes Misstrauen bei allen – auch verschriebenen – Medikamenten zu entwickeln und lieber einmal mehr als einmal zu wenig nachzufragen, ob eine Kreuzreaktion zu ASS bestehen könnte. Und im Zweifelsfalle lieber slebst nochmal die Packungsbeilage lesen (in der Kreuzreaktionen zu ASS bzw. Kontraindikationen für Asthmatiker normalerweise aufgeführt sind)!

Alternative Paracetamol?

Häufig wird als alternatives Schmerzmittel bei ASS-Intoleranz Paracetamol empfohlen, doch auch hier sollte man eine gewisse Vorsicht walten lassen: „Eine Alternative stellt Paracetamol (Acetaminophen) dar, das vorwiegend ein Hemmer der COX-3 und nur schwach die COX-1 und COX-2 inhibiert (COX-1 wird nur in hohen Konzentrationen gehemmt). Ca. 34% der AIA-Patienten [AIA= Aspirin-induziertes Asthma] reagieren bei Paracetamol-Dosen über 1000mg in Abhängigkeit von ihrer Empfindlichkeit gegen ASS. Es wird deshalb bei diesen Patienten empfohlen eine Paracetamol-Dosis von unter 1000mg zu verwenden und die Patienten danach für 3h zu überwachen.“ (http://www.allergiezentrum.org/de/infos-fuer-aerzte/50-das-ass-intoleranz-syndrom )

3. Medikamente mit Konservierungsstoffen, Farbstoffen und Aromastoffen meiden

Dass man NSAR meiden sollte, darauf wird man als „Samterianer“ in der Regel von einem guten Lungenfacharzt oder HNOler hingewiesen. (Wenn ich auch noch nie eine Liste der zu vermeidenden Medikamente oder – noch besser – eine Positivliste von Meds bekommen habe, die z.B. gegen Schmerzen, beim Zahnarzt etc. OK wären.)

Worauf man in der Regel nicht hingewiesen wird ist, dass auch solche Medikamente, die in Bezug auf die enthaltenen Wirkstoffe eigentlich „ungefährlich“ sind, problematisch sein können, wenn sie Zusatzstoffe wie Aromen, Farbstoffe oder Konservierungsstoffe enthalten. Was leider die Regel ist. Denn Salizylate oder eng mit ihnen verwandte Stoffe werden häufig als Aromen, Farbstoffe und Konservierungsstoffe eingesetzt – auch in Medikamenten.

Wenn man die Wahl hat, sollte man deshalb

  • notwendige Medikamente in Form von ungefärbten, weißen Tabletten einnehmen; manchmal lässt sich Farbe auch unter fließendem Wasser vorsichtig abrubbeln
  • Kapseln öffnen und nur den Inhalt (z.B. mit Ahornsirup gemischt auf einem Löffel) einnehmen
  • lieber feste als flüssige Medikamente wählen (die sehr häufig mit intensiven Farb- und Aromastoffen versetzt sind)
  • Medikamente in einer konservierungsfreien Variante wählen (z.B. abschwellende Nasensprays, Agentropfen gegen Heuschnupfen etc. ohne Konservierungsstoffe)

(Quelle: Anne Swain et al., RPAH Elimination Diet Handbook (2011))

4. Keine pflanzlichen Medikamente einnehmen

Man sollte wenn möglich auch keine pflanzlichen Medikamente  („Phytopharmaka“) einnehmen, denn die Pflanzen, aus denen die Medikamente gemacht sind, enthalten im Zweifelsfalle Salizylate.

Ebenso sollte man Medikamente, medizinische Bäder, Massageöle, Erkältungsbäder, Halspastillen etc. vermeiden, die Bestandteile salicylsäurehaltiger Pflanzen enthalten, z.B.Menthol, Minze, Kampfer, Eukalyptus Öl, Lavendelöl, Teebaumöl …

Das gilt auch für Mischungen und Tees der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM).

Weiterlesen: Salicylsäure reduzieren, Schritt 2: Konservierungsstoffe vermeiden

34 Gedanken zu „Salicylsäure reduzieren, Schritt 1: Asthmaauslösende Medikamente vermeiden

  1. DANKE DANKE! Ihre Infos helfen mir so sehr weiter, Ihre Seite und auch die Links zu der Diät des Krankenhauses in Sydney, Australien und dem Food Intolerance Network. Diese Seiten hätte ich ohne Ihre Seite nie gefunden.
    Wir haben in unserer Familie ganz verschiedene Beschwerden/Unverträglichkeiten. Und ich hätte nie erwartet, mit dieser Handvoll Seiten zu so vielen Problemen Tipps zu erhalten.

  2. Hallo, Sylke,
    auch ich bedanke mich sehr für Ihre beherzte Initiative in diesem Problembereich. Es ist äußerst wohltuend, sich auf Ihrer so gut strukturierten Website so umfassend informieren zu können.
    Ich scheine mich nicht direkt zu den Samter-Betroffenen zählen zu können, denn ich bin bisher von dem Asthma-Beschwerdebild (zu meinem Glück) verschont geblieben. Dafür kann ich allerdings auf quälende, schlafraubende Beeinträchtigungen im nasalen Bereich über mindestens zwei Jahre zurückblicken, die für die Lebensqualität von einschneidender Bedeutung waren.
    Das Ganze begann 2009 mit Hautproblemen im Kopf- und Halsbereich. In der Hautklinik wurden alle relevanten Tests durchgeführt – ohne Ergebnis. Die Haut wurde erfolgreich mit Cortison behandelt. Nach Einnahme einer Aspirin-Tablette bekam ich dann eines Tages einen anaphylaktischen Schock. Der nasale Bereich schien platzen zu wollen, und das Herz spielte beängstigend verrückt. In der Hautklinik wurde eine ASS-Unverträglichkeit diagnostiziert, ich erhielt einen Allergie-Pass und ein Notfallset mit drei Medikamenten. Dann bekam ich einen Termin für eine dreitägige Untersuchung mit dem Ziel einer Desaktivierung. Diesen Termin konnte ich wegen eines Infektes nicht wahrnehmen, habe mir auch danach keinen neuen Termin geben lassen, nachdem ich mich mehr informiert hatte. Ich habe mich an eine Heilpraktikerin gewandt, bei der ich nun seit gut drei Jahren in Behandlung bin. Ihr vorrangiges Ziel war zunächst die Stärkung meines Immunsystems. Um meinen Bericht nicht zu lang werden zu lassen, werde ich all die Maßnahmen und Mittel hier nicht ausführen. Nur eines: seit gut zwei Jahren bekomme ich eine Behandlung mittels einer Körpersubstanzverdünnung (KSV), die von der Firma Homeda aufbereitet wird und die ich nach genau vorgeschriebenem Muster einnehmen muss. Seit einem guten Jahr geht es mir von Woche zu Woche besser. Die sonst oft täglichen stundenlangen nächtlichen Störungen beschränken sich auf höchstens einmal alle zwei oder drei Wochen, die Polypen haben sich zurückgebildet, die andauernden Infekte haben sich auf ein erträgliches Maß reduziert. So lässt es sich wieder leben, und ich bin schlicht dankbar. Allerdings interessiert mich das Vermeiden von Salicylaten nach wie vor brennend, denn vielleicht könnte ich auch auf diesem Wege noch einiges zu einer Besserung beitragen.
    Mein Bericht war hoffentlich nicht zu ausschweifend.
    Viele Grüße
    Christa

    • Liebe Christa,

      vielen Dank für deine Schilderungen, die auf keinen Fall zu ausführlich sind: wie alle hier profitieren ja davon, soviele Infos wie möglich zu bekommen und austauschen zu können!

      Ich freue mich, dass es dir schrittweise besser geht! Und vielleicht helfen dir die Infos zu den Salicylaten auf dieser Seite auch noch weiter: das wäre schön. Berichte doch, ob die Vermeidung von Salicylaten bei dir etwas gebracht hat. Das wird die anderen Leser dieser Seite sicher interessieren. Und mich ja sowieso 🙂

      Viele Grüße und alles Gute!
      Sylke

  3. Sehr interessanter Artikel (und gute Seite). Vor Jahren bekam ich mehr oder weniger plötzlich verschiedene Symptome. U.a., dass ich nach dem Verzehr von tierischen oder stark Omega-6 haltigen Fetten Muskel- und Gelenkschmerzen bekomme, ähnliche wie bei einer Grippe – nur ohne Fieber.

    Da Sie schreiben, dass Salicylate die Verstoffwechselung von Arachidonsäure in eine proentzündliche Richtung lenkt, komme ich ins Überlegen, dass evt. eine unerkannte Salicylatunverträglichkeit dahinterstecken könnte. Macht das Sinn? Geschieht diese Verschiebung grundsätzlich durch Salicylate oder nur bei denen, die eine Sal-Unverträglichkeit haben?

    VG und besten DANK

  4. Hallo Mark,

    Sehr interessanter Artikel (und gute Seite).

    Dankeschön <knicks> 🙂

    Vor Jahren bekam ich mehr oder weniger plötzlich verschiedene Symptome. U.a., dass ich nach dem Verzehr von tierischen oder stark Omega-6 haltigen Fetten Muskel- und Gelenkschmerzen bekomme, ähnliche wie bei einer Grippe – nur ohne Fieber.

    Da Sie schreiben, dass Salicylate die Verstoffwechselung von Arachidonsäure in eine proentzündliche Richtung lenkt, komme ich ins Überlegen, dass evt. eine unerkannte Salicylatunverträglichkeit dahinterstecken könnte. Macht das Sinn? Geschieht diese Verschiebung grundsätzlich durch Salicylate oder nur bei denen, die eine Sal-Unverträglichkeit haben?

    Hm, da muss ich mal einen Augenblick drüber nachdenken bzw. dazu recherchieren.

    So ad hoc denke ich eher, dass die Symptone ein Hinweis auf den sogenannten „rheumatischen Formenkreis“ sind. Bei Rheumatikern bewirkt Arachidonsäure (aufgenommen durch bzw. umgewandelt aus z.B. fettem Fleisch, besonders Schwein, oder eben stark Omega-6-haltigen Fetten) oft einen Entzündungsschub, vor allem in den Gelenken.

    Reduziert man die Arachidonsäure und hebt den Anteil an Omega-3-Fetten in der Ernährung (Leinöl (!)*) sollen sich die Symptome bessern.
    Vgl. z.B. diesen Beitrag zu Ernährung bei Rheuma.

    Wäre vielleicht mal einen Versuch wert!?
    Aber vielleicht weisst du das alles auch längst schon …

    Ich versuche, wie gesagt, auch nochmal raus zu bekommen, ob auch eine unerkannte Sal-UV mit Beschwerden wir den deinen in Verbindung gebracht wird.

    Viele Grüße und alles Gute!
    Sylke

    *Oft werden auch Fischölkapseln bzw. bestimmte Fische empfohlen, um den Anteil an O-3-Fetten zu erhöhen, da sollte man aber genau hinschauen, denn bestimmte Fische enthalten zwar relativ viel O-3-Fette – aber auch verhältnismäßig viel O-6-Fette, wie man z.B. dieser schönen Tabelle über Fische und ihre Fette entnehmen kann (ich persönlich bekomme z.B. von Fischölkapseln auch üble Asthmaanfälle).

  5. Danke für deine Hilfe. Ich war natürlich schon beim Rheumatologen und zum Glück wurden keine Anzeichen einer rheumatischen Erkrankung entdeckt.

    • Hallo Mark,

      ich hab schon ein ganz schlechtes Gewissen, weil ich mit meiner Antwort so lange auf mich habe warten lassen …

      Das liegt u.a. daran, dass der Fettstoffwechsel recht kompliziert ist und ich mich da (noch) nicht wirklich auskenne. Ich will dir aber natürlich auch nichts Falsches schreiben. Ich habe deshalb versucht, deine Frage im Internet zu recherchieren, bin aber da an meine Grenzen gestossen.

      Ich versuche trotzdem mal aufzuschreiben, wie ich das bisher verstanden habe:

      Arachidonsäure kann auf 3 verschiedenen Wegen abgebaut werden:
      – über die Cyclooxygenasen: dann entstehen Prostaglandine
      – über die Lipoxygenasen: dann entstehen Leukotriene
      – und Cytochrom-P450 (CYPs) bewirkt eine „Epoxidation oder Hydroxylierung, wobei EETs bzw. Hydroxyeicosatetraensäuren (HETEs) gebildet“ werden (Quelle:
      http://de.wikipedia.org/wiki/Arachidonsäure#Metabolisierung )

      Salicylate (und bestimmte andere Medikamente) hemmen den Weg über die Cyclooxygenasen, dann weicht der Stoffwechsel aus auf die alternativen
      Wege.

      Bei Samter-Betroffenen gibt es dann offenbar einen „Shift“ hin zur Lipoxygenase. Und die dabei entstehenden Leukotriene stehen in akutem Verdacht, die Beschwerden von Samter-Betroffenen auszulösen. (vgl. http://www.allergiezentrum.org/de/infos-fuer-aerzte/50-das-ass-intoleranz-syndrom )

      Ob bei Nicht-Samter-Betroffenen
      a) weniger Lipoxygenase statt findet und/oder
      b) „nur“ keine solche heftige Reaktion auf die dadurch entstehenden Leukotriene ausgelöst werden, habe ich nicht heraus bekommen.

      Für deinen Fall ist aber, glaube ich, der springende Punkt ein anderer, nämlich: auch bei „normaler“ Verstoffwechselung von Arachidonsäure über die Cyclooxygenasen können unerwünschte Entzündungsreaktionen entstehen. Denn auch die auf diesem Wege entstehenden Prostaglandine fungieren u.a. als sogenannte „Entzündungsmediatoren“* (vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Prostaglandine#Serie-2-Prostaglandine ) (Deshalb helfen ja Medikamente, die diesen Weg hemmen, normalerweise auch so gut.)

      Mein vorsichtiges Fazit ist also: Wenn du auf Arachidonsäure reagierst, dann muss das nicht unbedingt etwas mit einer Salicylsäure-UV zu tun haben. Denn du kannst einfach überempfindlich auf die aus der Arachidonsäure entstehenden Prostaglandine reagieren. So wie Leute mit Rheuma, MS, Psoriasis … (um nur einige zu nennen, bei denen ein Zusammenhang zwischen Arachidonsäurezufuhr und Beschwerdeschüben
      nachgewiesen oder vermutet wird).

      Ich denke, dir bleibt nur auszuprobieren, ob es dir
      a) ohne Arachidonsäure besser geht oder
      b) ohne Salicylsäure oder
      b) ohne Arachidonsäure _und_ Salicylsäure

      Ich hoffe, die Antwort hilft dir trotzdem ein bischen weiter auf der Suche nach deinen „Übeltätern“.

      Liebe Grüße
      Sylke

      *Wie Komplex die Funktion der Stoffe ist, die beim (Arachidon-)Fettstoffwechsel entstehen, kann man beispielsweise in diesem Artikel über die verschiedenen Funktionen des Prostaglandins E2 erahnen.

  6. Hi,

    vielen Dank für deine Mühe. Ich werde mich noch weiter einlesen und dann letzten Endes eine Auslassdiät starten.

    Alles Gute
    Mark

    • Hallo Mark,

      gerne. Viel Erfolg bei der Ausschlussdiät! Vielleicht berichtest du ja mal, wie es weiter gegangen ist? Das würde sicher viele hier interessieren. Insbesondere, ob die Salicylsäure wirklich (einer) der Übeltäter war, oder doch die Arachidonsäure allein (?) dahinter steckt.

      Viele Grüße
      Sylke

  7. Hallo! Ich leide seit vielen Jahren an Nasenpolypen und Asthma ( hatte letztes Jahr meine fünfte
    Nasen OP). Mir wurde von einem Lungenfach-
    Arzt dringend geraten mich gegen Grippe impfen
    zu lassen. Ist das unbedenklich oder kann das auch
    allergische Reaktionen auslösen????
    Viele Grüsse
    C. Ney

    • Hallo Christine,

      grundsätzlich sind allergische Reaktionen (bis zum allergischen Schock) auf alle Stoffe möglich, die in einem Impfstoff enthalten sind.

      Du solltest dir also die Liste der Inhaltsstoffe des Impfstoffes geben lassen, die dein Arzt verwenden will. (Eine Liste aller für die Grippesaison 2014/15 zugelassenen Impfstoffe findest du auf der Website des Paul-Ehrlicher-Instituts – dort sind leider nicht die Inhaltsstoffe aufgelistet, die müsste man jeweils extra recherchieren.)

      Die Inhaltsstoffe von Grippeimpfstoffen können ziemlich variieren: von Hühnereiweiß über Calciumchlorid (ein kennzeichnungspflichtiger Gefahrenstoff) bis Formaldehyd kann alles dabei sein (z.B. im Impfstoff von ratio pharm).

      Sprich mit deinem Arzt, wie er die Wahrscheinlichkeit einer allergischen Reaktion bei deiner Vorgeschichte einschätzt. Und dann wäg für dich ab, welches Risiko bzw. welcher Nutzen überwiegt: Grippeschutz oder das Risiko einer allergischen Reaktion bzw. unerwünschter Nebenwirkungen.

      Falls du dich für den Grippeschutz entscheidest, solltest du zusehen, dass möglichst wenige „verdächtige“ Inhaltsstoffe enthalten sind (Formaldehyd z.B. muss ja nun wirklich nicht sein …) 😉

      Ich hoffe, diese Info hilft dir erstmal weiter!?
      Viele Grüße
      Sylke

  8. Vielen Dank für die schnelle Antwort!!!
    Das sind ja schreckliche Inhaltsstoffe!!
    Werde es mir noch mal gründlich über-
    legen!

    Viele Grüsse
    Christine

    • Hallo Christine,

      wohlgemerkt: diese Inhaltsstoffe sind in einigen der Impfstoffe drin – aber nicht in allen! Ich denke, du solltest überlegen, ob dir eine Grippeimpfung für dich persönlich sinnvoll erscheint („Risiko“ Impfung abwägen gegen das Risiko der Erkrankung an Grippe). Und wenn die Antwort „ja“ ausfällt, die Impfung auch machen – aber vorher halt gut schauen, mit welchem Impfstoff (sprich: Inhaltsstoffen).
      Viele Grüße
      Sylke

  9. Vielen Dank für diese aufschlussreiche Seite! Habe vor sechs Wochen von meiner ass Unverträglichkeit erfahren (nach fünf qualvollen Jahren!!!). Jetzt googel ich, was ich überhaupt noch essen kann 🙁

  10. Viel Dank für diese interessante Seite – bislang sind die hier beschriebenen Unverträglichkeiten im Allgemeinwissensgut der Schulmedizin noch nicht angekommen. So kommt es mir zumindest vor.

    Ich habe eine Frage zum medikamentösen Ersatz für Ibuprofen. Ich bin mindestens einmal im Monat auf Schmerzmittel angewiesen, da der erste Tag meiner Periode mir sobstarke Schmerzen bereitet, dass ich es ohne Schmerzmittel nicht aushalten kann. Am besten hilft mit dabei Ibuprofen – Paracetamol und Buscopan dagegen überhaupt nicht. Am ersten Tag der Periode nehme ich üblicherweise ca 1800mg Ibuprofen, da eine niedrigere Dosis nicht anschlägt. Gibt es etwas, das ich statt des Ibuprofens nehmen könnte?

    Viele Grüße aus Hamburg,
    Marina

  11. Ich würde gerne einmal hören, ob wir Samter Trias geplagten Paracetamol 500 wirklich einnehmen können. Höhere Dosen ab 1000 mg sind problematisch, das habe ich schon hier im Forum gelesen. Traue mich nur nicht Paracetamol einzunehmen, aber viele sagen, das geht. Würde mich über Einträge und eure Erfahrungen freuen. Vielen Dank. Gruß Heike

    • Hallo Heike,

      nachdem mich eine Ibuprofen in die Notaufnahme gebracht hatte, war ich bei Paracetamol auch sehr skeptisch. Nachdem mein Lungenarzt mir „versprochen“ hat, dass ich sie nehmen kann, hab ich es mit einer Paracetamol 500 mg ausprobiert – und sie gut vertragen. Höher bin ich bei der Dosierung aber (noch) nicht gegangen.

      Bei starken Schmerzen gibt es auch Kombis aus Paracetamol und Codein (zB. „Paracetamol comp.“): die vertrage ich auch gut.

      Viele Grüße
      Sylke

      • Heike schreibt:

        Würde mich über weitere Erfahrungen mit Paracetamol sehr freuen. Dann werde ich mutiger 😉 doch mal wieder eine einzunehmen. Bin nämlich bevor ich wusste, welche Medikamente nicht gehen schon mehrmals wegen akutem Asthmaanfall in der Notaufnahme gelandet. Lg Heike

  12. Hallo Heike, ich nehme bei einer Grippe oder Erkältung die ersten 2-3 Tage 500 mg Paracetamol (2-3 am Tag), um besser zu schlafen und einfach nicht so Schmerzen zu haben. Die helfen mir gut und ich vertrage sie auch. Parallel nehme ich wie die letzten Jahre auch weiterhin meine 300 mg ASS Protect 1 x tgl.
    Welche Schmerzmittel nimmst du denn bei Bedarf?

  13. Ich habe Paracetamol nie vertragen, aber da ging es nicht um Asthma, sondern ich bekomme starke Kreislaufbeschwerden, weshalb auch immer. Bei einer Ibuprofen 600mg hab ich mich dann in Rage gehustet und das Spray wollte kaum helfen.

    Nach einer fiesen Kieferhöhlenentzündung in diesem Jahr hat mir meine Ärztin Tramal-Tropfen verschrieben. 15 Tropfen und ich konnte endlich wieder schlafen. Für mich ist das mein Schmerzmittel der Wahl, bei kleinen Wehwehchen nehme ich gar nichts.

    Aber immer schön vorsichtig mit Medikamentenratschlägen, erst mit dem Arzt ausführlich drüber sprechen, dann das Rezept abholen 🙂

  14. Pingback: Inneres Brennen und Zittern nachts - Seite 3

  15. Hallo zusammen, auch ich habe seit über 25 Jahren eine ASS Unverträglichkeit. Ein Desensibilisierung musste wegen zu Starker Nebenwirkungen nach dem 3. Tag abgebrochen werden. Ich suche nun für mich ein anderes ( Stärkeres) Schmerzmittel als Paracetamol.
    Nur für alle Fälle, falls ich mal was brauche.Vor 4 Jahren musste ich mir mein li. Knie erneuern lassen (TEP) dabei habe ich mit entsetzen festgestellt, dass die Schmerzmittel die ich nehmen kann
    ( Novalgin,Tramal und Morfine ) bei mir keine Schmerzminderung bewirken. In meiner Not habe ich pro Tag bis zu 10 Paracetamol geschluckt um einigermaßen die Schmerzen ertragen zu können. Die habe ich damals einigermaßen gut vertragen. Auch in der Reha war ich wegen den Schmerzen bei den zu bewältigten Übungen immer hinten dran und hatte auch weniger Erfolg mit der Beweglichkeit. Das schlimmste aber war, das sowohl im Krankenhaus wie auch in der Reha keiner der Ärzte mich ernst genommen hat.
    Ich nehme nun schließlich x Tropfen Tramal und das hat gefälligst zu wirken !
    Ich habe damals schon an mir selbst gezweifelt. Und habe in der Zeit 10 KG abgenommen. Zuhause bin ich dann in Böblingen in eine Schmerzambulanz gegangen, die Ärztin dort wusste um solche Probleme und meinte das sei ein Gendefekt und hat mir für künftige OPs eine “ Gebrauchsanweisung“ für die Anästhesisten mitgegeben. Das sind aber alles Mittel die mir in meinem “ Hausgebrauch“ nicht helfen. Kann mir jemand sagen welch Schmerzmittel ich nehmen kann, die keinen Asthma Anfall auslösen. ASS, Ibu und Diclo würden mich umbringen, Tramal, und Novalgin wirken nicht, was gibt es noch als Alternative ? Ich weiß natürlich, dass es gefährlich ist mit Schmerzmitteln zu experimentieren und ich werde die vorgeschlagenen Mittel nicht unreflektiert schlucken, dafür habe ich schon einige negativen Erfahrungen gemacht.
    Vielleicht kann mir jemand helfen.
    liebe Grüße Gabi

  16. Tilidin und Katadolon geht. Insbesondere bei Muskel und Gelenkschmerzen ist das Katadolon mein Mittel der Wahl. Novalgin geht bei dir? Da bin ich auch schon in der Notaufnahme damit gelandet. Paracetamol traue ich mich nicht. Lg Heike

  17. Hallo Heike, Tillidin und Novalgin kann ich zwar ohne Nebenwirkung nehmen aber halt auch ohne Wirkung. D.h. ich erfahre keine Schmerzlinderung damit . Katadolon kannte ich bisher noch nicht, ich werde mich mal informieren und evtl ausprobieren. Vielen Dank für deine Antwort.

  18. Schönen guten Tag.
    Mit Begeisterung lese ich hier im Forum.
    Kurz zu mir:
    Ich hatte im September 2015 eine OP der Nebenhöhlen. Alle Nebenhöhlen komplett zu mit Polypen – mehr ging nicht.
    Ich habe die OP gut überstanden, und mir ging es sogar ein paar Monate richtig gut. Doch ich merkte dann, das ich langsam immer weniger Luft durch die Nase bekam. Neues CT – wieder alle Nebenhöhlen KOMPLETT dicht. Nach nicht mal einem Jahr. Da brachte mein HNO das Wort „ASS-Intoleranz“ ins Spiel. Ich werde im Januar wieder operiert, danach begebe ich mich in eine Klinik, um zu testen, ob ich allergisch bin. Ich habe in der ganzen Zeit, zur Nachsorge, Cortison-Nasenspray genommen.Jeden Tag zwei Sprühstöße. Mometahexal heisst das Zeug! Dadurch, das es nach knapp einem Jahr wieder so schlimm ist, habe ich die Befürchtung, das das Spray damit zusammen hängt. Kann man sagen, ob Salicylsäure in so einem Präparat vorkommt?

  19. Hallo Mark,
    mit dem Mometahexal liegst du nicht falsch. Es enthält Benzalkoniumchlorid. Auf der Seite http://www.zusatzstoffe-online.de/home/
    Findest du alle Stoffe, die auch wie Salicylsäure nicht richtig vom Körper abgebaut werden, sondern letztendlich über die Schleimhäute. Es sind aber auch viele normalen Lebensmittel, die
    Salicylsäure enthalten. Ich habe bereits auch schon Nasenpolypen/-Kennzahlen Op hinter mir und einen Etagenwechsel zu den Lungen, schwerstes Asthma. So war Cortison lange mein Lebenselexier. Ich habe mir daraufhin den Muskeltest (Kinesiologie) beigebracht. Jetzt weiss ich wenigstens was ich Essen kann und lassen muss. Auch Medis kann man so austesten. Und seit einem Jahr nehme ich MSM Schwefelpulver, das schützt die Schleimhäute Super gut und hat keine Nebenwirkungen. Ich benötige keine Nasensprays mehr und auch kein tägliches Asthmaspray. Habe nur noch ein Notfallmedi bei mir, ansonsten brauche ich nichts mehr kann sogar wieder unbeschwert Sport machen. Ich wünsche dir auch von allem loszukommen.

    • Liebe Hanne,
      Danke für deinen Beitrag! Und schön, dass du einen Weg gefunden hast, mit dem es dir gut geht.

      Bitte sei/d aber vorsichtig was MSM angeht: das Zeug hat einen mehr als zweifelhaften Ruf: also schön vorsichtig damit – passt auf euch auf!

      Liebe Grüße
      Sylke

  20. Hallo, ich hab mal eine Frage. Ist es immer so, das beim Samter Trias Polypen mit im Spiel sind?
    Also ich habe Probleme mit den Nasennebenhöhlen, bin letztes Jahr operiert worden. Nach meiner OP habe ich ibu genommen und danach eine Nesselsucht bekommen. Bin dann ständig zum Arzt, ich sah aus wie ein Streußelkuchen. Hab Cortison über Tropf bekommen, es wurde besser, aber War nie richtig weg. Nach circa einem Monat hatte ich solche Kopfschmerzen, war auf der Arbeit und weil ich wusste das ich Ibu nicht vertragen kann, hat mir eine Kollegin dann eine ASS gegeben, da wusste ich allerdings auch noch nicht, das ich eine ASS UV habe. Innerhalb von 15 Minuten war mein ganzes Gesicht angeschwollen und Herzrasen hab ich bekommen, mir war übel und ob ich Atemnot hatte konnte ich nicht mehr sagen, ich hatte nur das Gefühl als drücke mir jemand die Kehle zu. Das hab ich dann auf meine Angst geschoben. Ich war danach vier mal im Krankenhaus, wurde auf sämtliche Zusatzstoffe gestestet. Nichts. Wenn ich jetzt Kopfschmerzen habe, darf ich eigentlich nur paracetamol nehmen. Weil die mir aber nicht helfen, habe ich dolormin ausprobiert und ich kann sie auch vertragen. Das habe ich letzte Woche meiner Lungenfachärztin erzählt, nachdem ich ihr gesagt habe, das ich eine NSAR UV habe. Sie meinte dann, ich habe Samter Trias. Und jetzt kommt meine Frage. Was ist der Unterschied von Samter Trias zu NSAR, oder gibt es überhaupt einen. Denn ich hatte meines Wissens nach keine Polypen. Ich verstehe das alles noch nicht so ganz, und ich denke die ganze Zeit darüber nach und lese auch viel, aber es ist ganz schön kompliziert für mich.

    LG. Tanja

    • Liebe Tanja,
      NSAR UV bedeutet, dass man (bestimmte) NSAR nicht verträgt. Die Reaktionen, die man bekommt, können dabei unterschiedlich sein. Manche von uns bekommen Asthma und Polypen: das heisst dann „Samter-Trias“ (oder „neudeutsch“ auch AERD für „Aspirin-Exacerbated Respiratory Disease“). Wobei sich die Polypen auch später als die anderen Symptome bilden können.

      Manche Menschen mit NSAR UV bekommen aber auch ganz andere Symptome, zum Beispiel Nesselsucht (auch Urtikaria genannt), manchmal auch zusammen mit einem sogenannten Angioödem (auch Quincke-Ödem genannt): dann können z.B. Augenlider oder Kehlkopfdeckel anschwellen -> letzteres führt dann zu starker (und auch u.U. lebensbedrohlicher) Atermnot.
      (Diese Form der NSAR UV kann man dann noch unterscheiden in NIUA (NSAID-induced urticaria/angioedema), wenn die Urtikaria nur nach Einnahme von NSAR auftritt oder NECD (NSAID-exacerbated cutanous disease), wenn es eine chronische Urtikaria ist, die sich nach NSAR akut verschlechtert – wobei die Begriffe und Bezeichnungen für diesen ganzen Krankheitskomplex noch sehr im Fluss sind, sprich: die einen sagen so, die anderen so 😉

      Lange Rede, kurzer Sinn: es gibt verschiedene Formen von NSAR UV mit verschiedenen Namen, abhängig davon, welche Symptome bei dir auftreten.

      Wenn du keine Polypen hast, kann es sein, dass sie sich erst noch bilden, dass sie schon da sind, aber noch nicht diagnostiziert wurden oder dass du keine hast und auch nicht bekommst. (Sorry: einfacher wird es nicht 😉 Mindestens Asthma „brauchst“ du aber, um für eine Samter-Trias „qualifiziert“ zu sein 🙂

      Wenn du kein Asthma hast und auch keine Polypen, dafür aber Urtikaria mit Angioödem, dann hast du kein Samter-Trias, sondern eine URtikaria mit Reaktion auf NSAR. In dem Falle, würde ich versuchen einen Hautarzt zu finden, der sich mit NSAR UV auskennt, denn da wird die die Lungenärztin nicht viel helfen können.

      So, nun hoffe ich, meine Antwort konnte dir ein wenig weiter helfen und hat dich nciht noch mehr verwirrt! 😉

      Liebe Grüße
      Sylke

      PS: Es gibt auch noch weitere Formen der NSAR UV: aber damit verschone ich dich jetzt mal …

  21. Guten Morgen,
    ich weiß seit 14 Jahren von meiner ASS Unverträglichkeit. Das Polypenwachstum ist so stark, dass ich überhaupt nichts mehr riechen kann, so auch nichts mehr schmecken.
    Die HNO Ärzte empfehlen OP und ASS Desensibilisierung. Operiert bin ich schon 2x. Die tägliche Einnahme von ASS ist eine Qual!
    Ich würde so gern wieder riechen können!
    Einen schönen Sonntag
    wünscht Margret

    • Liebe Margret,
      für manche von uns funktioniert die Kombi OP + Adaptive Desaktivierung. Ich will versuchen, bis nächste Woche einen aktualisierten Artikel zur Adaptiven Desaktivierung online zu stellen (kommt dann im Newsletter): vielleicht hilft dir die Info, bei deiner Entscheidung.

      Viele Grüße und alles Gute!
      Sylke

  22. Hallo an alle Mitbetroffen, ich habe seit ca. 7 Jahren das Quinke Ödem, Herzrasen und Juckreiz. Erst hab ich Histaminintoleranz ( Tipp einer Apothekerin ) vermutet. Doch auch mit Ernährungsumstellung hatte ich Reaktionen/Symptone. Bei einer Ernährungsberatung in der Uni Erlangen wurde noch eine Salicylatintoleranz bestimmt . Frage : welche Schmerzmittel kommen da noch für mich in Frage? Und welche Erkältungsmittel ? Danke Uschi

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