Salicylsäure reduzieren, Schritt 2: Konservierungsstoffe vermeiden

Übersicht für Eilige I Pflanzliche Zusatzstoffe I Benzoate I Gallate, TBHQ, BHA, BHT I Sorbate I Sulfite I Nitrite I Propionate I Fazit I

Wer eine Unverträglichkeit gegen Salicylsäure hat, sollte auch bestimmte Konservierungsstoffe in Lebensmitteln vermeiden.  Denn diese sind häufig chemisch eng verwandt mit der Salicylsäure (die ja im Prinzip selbst ein „natürlicher Konservierungsstoff“ ist) und rufen entsprechend häufig ebenfalls Unverträglichkeits-Reaktionen hervor.

Für die Eiligen habe ich meine Recherche-Ergebnisse in einer kurzen Übersicht zusammen gefasst (die man z.B. ausdrucken und im Portemonnaie zum Einkauf mitnehmen) kann. Alle Interessierten finden weiter unten in diesem Beitrag ausführliche Infos zu allen genannten Stoffen.

Übersicht für Eilige

1. Pflanzliche Zusatzstoffe mit hohem Salicylsäuregehalt

  • Rosmarin (enthält 68 mg Salicylsäure auf 100g Ware)
  • Kurkumin (Kurkuma, E 100, enthält 76,4 mg Salicylsäure auf 100g Ware)

2. Stoffe, die mit Salicylaten chemisch eng verwandt sind

3. Bedenklich besonders für Asthmatiker

4. Konservierungsstoffe, die allgemein häufig Unverträglichkeitsreaktionen verursachen

1. Pflanzliche Zusatzstoffe mit hohem Salicylsäuregehalt

Zwar ist In Europa der direkte Einsatz von Salicylsäure und seinen Derivaten (wie z.B. Acetylsalicylsäure) als Konservierungsmittel verboten, weil zu viele Fälle von Unverträglichkeitsreaktionen auftraten. Salicylsäure wird aber über die Verwendung von Pflanzen mit sehr hohem Salicylsäuregehalt durchaus weiterhin als Konservierungsstoff eingesetzt.

So wird zum Beispiel Rosmarin (68 mg Salicylsäure auf 100g Ware) gerne Babygläschen beigemengt (denn es muss nicht als Konservierungsmittel deklariert werden). Kurkumin (Kurkuma, E 100) ist als Farbstoff zugelassen, enthält aber auch 76,4 mg Salicylsäure auf 100g Ware.


E210 – E218 Benzoate

Als Konservierungsstoffe auch für Lebensmittel offiziell zugelassen sind die chemisch eng mit der Salicylsäure verwandten Benzoate:

  • E 210 Benzoesäure,
  • E211 – 213: Salze der Benzoesäure (E 211 Natriumbenzoat (Sodiumbenzoat), E 212 Kaliumbenzoat und E 213 Calciumbenzoat) und
  • E214 – 218: Ester der Para-Hydroxybenzoesäure sowie deren Natriumsalze (wobei E216 und E217 seit 2006 nicht mehr in der EU als Lebensmittelzusatzstoffe zugelassen sind).

Benzoate sind dafür bekannt, dass sie Kreuzreaktionen bei Menschen mit Salicylsäure-Unverträglichkeit auslösen können. Außerdem können sie Beschwerden der Verdauungsorgane, Krämpfe und Beeinträchtigungen des Nervensystem hervorrufen.

Verwendung:
Benzoesäure ist u.a. zugelassen für die Konservierung von alkoholfreiem Bier im Fass, Spirituosen, zuckerreduzierten Marmeladen, Oliven, Aspik, Eiermalfarben, kandierten oder glasierten Früchte, in Essig, Öl oder Lake eingelegtem Gemüse, Fischkonserven, Trockenfisch und andere Fischerzeugnisse, Garnelen, Kaugummi und Diätlebensmittel für Übergewichtige. Die zugelassene Höchstmenge variiert dabei von max. 200 mg/kg (alkoholfreies Bier) bis zu 6.000 mg/kg (!!) für Garnelen.

Benzoesäure wird darüber hinaus in Kosmetika und medizinischen Salben eingesetzt.


Antiodixdantien: E310 – E312 Gallate und E 319-E321 TBHQ, BHA, BHT

Auch die als Antioxidantien zugelassenen Gallate (E310 Propylgallat, E311 Octylgallat und E312 Dodecylgallat) sowie die Stoffe E320 BHA, E321 BHT und E319 TBHQ sind chemisch mit der Salicylsäure verwandt. Gallate sind bekannte Auslöser von pseudoallergischen Reaktionen und Hautausschlägen. BHA und BHT stehen offiziell in Verdacht, pseudoallergische Reaktionen und Krebs auszulösen und können ebenfalls Hautreaktionen hervorrufen.

In der sehr empfehlenswerten Liste von Lebensmittelzusatzstoffen des Food Intolerance Networks heisst es zu Gallaten, TBHQ, BHA und BHT:

Gallates and TBHQ, BHA and BHT are used to preserve vegetable oils and margarines. When vegetable oils are used in other products, these antioxidants are often unlisted because of the 5% labelling loophole. BHA and BHT can also leach into products from cereal wrappers and clingfilm. Antioxidants 300-309 are safe alternatives.

Eine solche Ausnahmeregelung für die Auflistung von Zusatzstoffen, wenn der Fettgehalt der verkauften Waren unter 5% bleibt, gibt es meines Wissens in Deutschland nicht. Bei uns ist es schlimmer: Zusatzstoffe – egal in welcher Menge – müssen nicht deklariert werden, wenn sie „nur den Zutaten eines Lebensmittels zugesetzt sind, sofern die Zusatzstoffe in dem Lebensmittel keine technologische Wirkung mehr ausüben“ (§ 9 Abs. 8 Zusatzstoff-Zulassungsverordnung). Wenn also z.B. im Frittierfett von Pommes BHA, BHT, THBQ und/oder Gallate enthalten sind, dann müssen sie auf der Pommes-Packung nicht aufgeführt werden, weil die antioxidative Wirkung nur für das Fett beabsichtigt war, aber nicht für die Pommes. Für die Pommes haben die Antioxidantien also keine „technologische Wirkung“ mehr. (Auf meine Atemwege aber schon.)

Verwendung:
Gallate verhindern, dass Fette verderben und ranzig werden und hemmen das Wachstum von Hefen und Schimmelpilzen. BHA und BHT werden als Antioxidans für Fette, Farben und Aromen eingesetzt. Gallate, BHA und BHT sind unter anderem zugelassen für:
– Kuchenmischungen (max. 200 mg/kg)
– Knabbererzeugnisse aus Getreide (max. 200 mg/kg)
– Trockensuppen und Würzmittel (max. 200 mg/kg)
– Kaugummi (max. 400 mg/kg)
– Aromen (speziell ätherische Öle)
Gallate, BHA und BHT werden aber auch z.B.
– In Kosmetika
– und dafür eingesetzt, die Verpackungen fetthaltiger Lebensmittel zu imprägnieren

THBQ (tert-Butylhydrochinon) wird als Antioxidationsmittel in verschiedenen tierischen Fetten und fetthaltigen Lebensmitteln verwendet. Dazu zählen Schmalz, Fischöl, Rinder-, Geflügel- und Schaffett.

Weil sie sich in ihrer Wirkung gegenseitig verstärken, werden Gallate häufig in Kombination mit BHA oder BHT eingesetzt.

Keine Salizylate  – Aber auch nicht schön

Daneben gibt es eine Reihe von Konservierungsstoffen, die weder Salicylsäure enthalten, noch chemisch eng verwandt mit der Salizylsäure sind, die aber bekanntermaßen häufig allergische oder pseudoallergische Reaktionen hervorrufen (häufig besonders bei Asthmatikern) oder die in Verdacht stehen, sonstige unerwünschte Nebenwirkungen zu haben.


E200 – 203 Sorbinsäure und Sorbate

Die Sorbinsäure E200 und ihre Salze, darunter die für Lebensmittel zugelassenen Salze  E202 Kaliumsorbat und E203 Calciumsorbat, rufen bekanntermaßen oft Unverträglichkeitsreaktionen hervor und werden als bedenklich für Menschen z.B. mit Asthma oder Neurodermitis eingestuft. (E201 Sodiumsorbat erscheint inzwischen nicht mehr in der Liste der EU zugelassenen Lebensmittelzusatzstoffe – vermutlich aufgrund einer „möglichen erbgutverändernden Wirkung eines seiner Oxidationsprodukte“, s. Wikipedia: Natriumsorbat).

Verwendung:
Sorbinsäure ist unter anderem zugelassen für: Trockenfrüchte (max. 1.000 mg/kg !!), zuckerreduzierte Konfitüren, Marmeladen und Gelees (max. 100 mg/kg), abgepackten, geschnittenen Käse, Schmelzkäse (max. 2.000 mg/kg !!), abgepacktes Brot und Backwaren (max. 2.000 mg/kg !!), Margarine (je nach Fettgehalt 1.000 – 2.000 mg/kg), Fleisch-, Fisch- und Meerestierersatzprodukte (max. 2.000 mg/kg). Zusätzlich ist der kombinierte Einsatz von Sorbin- und Benzoesäure zugelassen (Verwendung siehe unter Benzoesäure oben).

Sorbinsäure wird außerdem in der Weinherstellung verwendet. Wegen der besonderen Kennzeichnungsvorschriften für Wein muss dies nicht gekennzeichnet werden.

Sorbinsäure ist auch ein wichtiges Konservierungsmittel für Aromen und Enzyme. Der Konservierungsstoff ist auch für Kosmetika, Kautabak und zur Behandlung von Lebensmittelverpackungen zugelassen.


E220 – 228 Schwefeldioxid und seine Salze (Sulfite)

Schwefeldioxid E220 und seine Salze (E221 Natriumsulfit, E222 Natriumhydrogensulfit, E223 Natriummetabisulfit, E224 Kaliummetabisulfit, E226 Calciumsulfit, E227 Calciumbisulfit, E228 Kaliumbisulfit) können bei Asthmatikern Asthmaanfälle hervorrufen (Sulfitasthma). Todesfälle durch anaphylaktische Schocks sind bekannt. Sulfite können außerdem allergische und pseudoallergische Reaktionen, sowie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Kopfschmerzen hervorrufen.

Für Sulfite gilt in der EU eine erweiterte Deklarationspflicht: die Kennzeichnung ist ab einem Restgehalt von 10 mg/kg verpflichtend. (Was mich stutzig macht: was gilt denn für die anderen Zusatzstoffe?)

Verwendung:
– gesalzener Trockenfisch (max. 200 mg/kg)
– Stärke, Sago, Graupen (max. 50 bzw. 30 mg/kg)
– Chips und andere getrocknete Kartoffelerzeugnisse (max. 50 mg/kg)
– weiße Gemüsesorten getrocknet (max. 400 mg/kg) oder tiefgefroren (max. 50 mg/kg)
– getrocknete Tomaten (max. 200 mg/kg)
– Trockenfrüchte inkl. Nüssen mit Schale (je nach Fruchtart max. 500 – 2.000 mg/kg)
– Fleisch-, Fisch- und Meerestierersatzprodukte (max. 200 mg/kg)

– Der Einsatz von Schwefeldioxid und insbesondere von Kaliumsulfiten (E224, E228) ist in der Weinherstellung weit verbreitet. Die Schwefelverbindungen werden aber auch zum Reinigen der Fässer eingesetzt und gelangen auf diesem Wege in den Wein. Schwefelgehalte von mehr als 10 mg/l im Endprodukt müssen auch auf Weinetiketten gekennzeichnet werden.

– Schwefeldioxid und Sulfite sind außerdem in Kosmetika und als Desinfektionsmittel in der Lebensmittelindustrie im Einsatz.

– E 220 und E 224 sind auch für Bio-Produkte zugelassen.


E249 – 252 Nitrite und Nitrate

E249 Kaliumnitrit, E250 Natriumnitrit, E251 Natriumnitrat und E252 Kaliumnitrat kommen bei der Konservierung von Fleisch- und Wurstwaren mit Hilfe von Nitritpökelsalz (einer Mischung aus Kochsalz und Natrium- oder Kaliumnitrit) oder einer Mischung aus Kochsalz und Salpeter (Natrium- bzw. Kaliumnitrat) zum Einsatz und töten verschiedene Bakterienarten, unter anderem Clostridium botulinum, welches das hochgiftige Botulinumtoxin (Auslöser der Lebensmittelvergiftung Botulismus) produziert. Außerdem dienen sie zur „Umrötung“ von Schinken, Bauchspeck und Gänseleberpastete, um eine kochstabile rote Pökelfarbe zu erzielen.

Wirksam sind dabei nur Nitrite. Nitrate werden erst durch den mikrobiellen Umbau des Nitrats zu Nitrit (z.B. im Speichel) wirksam.

In Mengen ab etwa 0,5 g sind Nitrite akut giftig. Sie verändern den roten Blutfarbstoff Hämoglobin der dann keinen Sauerstoff mehr transportieren kann. Besonders gefährdet sind Kinder unter 6 Monaten, bei denen Nitrit zu innerem Ersticken führen kann.

Aus Nitrit entstehen außerdem im Zusammenspiel mit Eiweißbausteinen (Aminen) so genannte Nitrosamine. Sie zählen zu den stark krebserregenden Stoffen und zeigten sich im Tierversuch als schädlich für Leber und Erbgut. Die chemische Umwandlung von Nitrat über Nitrit zu Nitrosaminen findet zum Beispiel beim Braten oder Grillen gepökelten Fleisches statt.

Andererseits bildet der Körper aus Nitrat über die Zwischenstufe Nitrit schlussendlich Stickoxid, das er zur Steuerung von Blutdruck, Immunfunktion, Wundheilung und Nervensystem benötigt. Im Magensaft hilft das im Speichel neugebildete Nitrit außerdem Krankheitskeime wie Salmonellen oder Helicobacter abzutöten.

Der größte Teil des Nitrits im menschlichen Körper stammt aus Nitraten, die in Gemüse, Früchten und Mineralwässern natürlich vorkommen und im Körper dann zu Nitriten umgewandelt werden.

Das RPAH Elimination Diet Handbook zählt Nitrate und Nitrite unter den Stoffen auf, die am wahscheinlichsten Unverträglichkeitsreaktionen hervorrufen.

Verwendung:
Kaliumnitrit und Natriumnitrit sind, laut zusatzstofffe-online.de, ausschließlich als Bestandteil des Nitritpökelsalzes für gepökelte Fleischerzeugnisse, gepökelten Bauchspeck und Gänse- und Entenleberpastete (auch in Dosen) zugelassen. Im Deutschen Zusatzstoff-Museum ist dagegen zu lesen, dass Nitrit auch zur Umrötung und Haltbarmachung von Wurstwaren verwendet wird.

Kaliumnitrat und Natriumnitrat sind außerdem als Konservierungsstoff für Hart- und Schnittkäse und eingelegte Heringe und Sprotten zugelassen.


E280 – 283 Propionate

Zu dieser Gruppe zählen Propionsäure (E280), Natriumpropionat (E281), Calciumpropionat (E282) und Kaliumpropionat (E282).

Propionsäure kann bei der Ratte krebsähnliche Veränderungen des Vormagens verursachen. Zunächst nach Auffassung des ehemaligen Bundesgesundheitsamtes für den Menschen ohne Bedeutung, da der Mensch keinen Vormagen hat.

Als absehbar war, daß die EU die Propionsäure auf jeden Fall erlauben würde, wurde sie in der Bundesrepublik mit dem Hinweis auf das angeblich hohe deutsche Verbraucherschutzniveau für Schnittbrot verboten. Danach durch die EU wieder für Schnittbrot und vorgebackenes Brot zum Fertigbacken zugelassen.

Verwendung:
Propionate wirken gegen bestimmte Bakterien-, Hefe- und Schimmelarten und werden zur Konservierung von abgepacktem Schnittbrot, Brötchen, Pita, Hotdog-Brötchen etc., vorgebackenem Brot zum Fertigbacken und anderen abgepackten Backwaren eingesetzt.

Propionsäure wird außerdem als Konservierungsstoff in Getreide und Futtermitteln verwendet uns ist zur Konservierung kosmetischer Mittel zugelassen.

Propionsäure kommt auch natürlich vor, z.B. in Emmentaler und Blauschimmelkäse, denen sie ihren charakteristischen Geschmack verleiht.

Fazit

Wenn man sich mit den Konservierungsstoffen und Antioxidantien in unseren Lebensmittel beschäftigt, kann einem schonmal der Appetit vergehen. Und: es ist wahrlich nicht leicht, hier den Überblick zu behalten! Was war nochmal OK? Was geht gar nicht?

Ich habe deshalb für mich schon aus praktischen Gründen einfach den Spieß umgedreht und kaufe grundsätzlich keine Lebensmittel mit Konservierungsstoffen mehr. Es sei, denn ich bin einigermaßen sicher, dass die enthaltenen Konservierungsstoffe unbedenklich sind, wie z.B. das Antioxidationsmittel Ascorbinsäure (E 300), auch bekannt als „Vitamin C“, das von den meisten Menschen, einschließlich Menschen mit Unverträglichkeiten, gut vertragen wird.

Quellen:

  • RPAH Elimination Diet Handbook 2011, S. 12
  • http://fedup.com.au/information/information/complete-lists-of-additives
  • http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_in_der_Europäischen_Union_zugelassenen_Lebensmittelzusatzstoffe
  • http://www.zusatzstoffe-online.de/information/686.doku.html
  • http://www.zusatzstoffmuseum.de/lexikon-der-zusatzstoffe/
  • http://www.gesetze-im-internet.de/zzulv_1998/BJNR023100998.html

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Salicylsäure reduzieren, Schritt 1: Asthmaauslösende Medikamente vermeiden

Wichtiger Hinweis:
Ich habe alle Infos in diesem Beitrag nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert, bin aber keine Ernährungswissenschaftlerin oder Allergologin. Die Infos und Erfahrungen in diesem Beitrag stellen deshalb in keinem Fall einen fachlichen Rat dar.

 

20 Gedanken zu „Salicylsäure reduzieren, Schritt 2: Konservierungsstoffe vermeiden

  1. Hallo liebe Sylke,

    Habe durch Zufall deine Seite gefunden. Schön das es sie gibt. Ich wollte immer schon eine Selbsthilfegruppe gründen und auch eine Internetseite reinstellen, die meine Erfahrungen schildert!
    Ich habe Samter Trias seit meinem 24. Lebensjahr, wurde aber nie entdeckt! Bin immer falsch behandelt worden. Es hieß ich habe Asthma, welches war nicht klar. Erst nachdem ich vor 9 Jahren umgezogen bin und mein Geruchssinn und Geschmackssinn sich verabschiedet hatte und dazu ein Asthma Anfall mit Intensivstation folgte, kam einiges ins Rollen. Wobei wirklich kein Arzt festgestellt hat, woran es lag, das ich inzwischen 3 Jahre nichts riechen und schmecken konnte.
    Ich wurde 2 mal an den Nebenhöhlen operiert. Bei der ersten Op konnte ich wieder riechen, das war so toll, nach der ganzen Zeit mit Kopfschmerzen und Nase zu! Hielt leider nur sechs Wochen! Wieder alles zu, neues CT alles dicht mit Polypen. Die Ärzte meinten so etwas hätten sie nicht nie gesehen!
    Nun, dann letztendlich nach vielen Arztbesuchen, Heilpraktiker und so weiter,
    fand mein Mann die Diagnose heraus! Damit bin ich dann zum Arzt der einen Test mit Ass machte, wo ich so stark reagierte, das klar war ich hatte eine Ass Unverträglichkeit!
    Noch eine Op in der Uni Kiel und danach Einstellung auf Asperin, Ernährungsberatung usw. ….
    Ich bin mit 1000mg Asperin eingestellt worden, die ich aber nur 6 Monate nehmen konnte, da waren meine Blutwerte so schlecht und ich musste in die Klinik. Dann 200 mg täglich, Nahrungsmittel Umstellung……………..
    Ja und so weiter und so weiter….
    Meine Geschichte ist so lang! Nun ja heute bin 49 Jahre und lebe einigermaßen gut damit! 100 mg Asperin, esse nur Bio, keine Zusatzstoffe, so weit wie möglich nur Homäopathie, da in vielen Medikamenten auch Söffe sind die ich nicht vertrage.Außer die100mg Asperin, Allergietablette, Nasen und Bronchien Sprays, damit komme ich klar! Und ich will das ich weiterhin riechen und schmecken kann! Das Sage ich mir jeden Tag! Im Winter habe ich aber auch immer die Probleme, das meine Nase gelegentlich zu ist!
    Problem finde ich aber, das kaum ein Arzt, aber auch privat jemand sich damit auskennt. Ich habe mich sehr damit beschäftigt und sehr viele Bücher über Ernährung und auch Möglichkeiten damit besser zu leben gelesen.

    Ich kann allen Betroffenen nur raten, soweit es geht keine Zusatzstoffe in Lebensmittel, wirklich gar keine zu sich zu nehmen. Ich meide sogar in Biolebensmittel natürliche Aromen. Ich koche nur selbst. Essen gehen ist fast gar nicht drin.
    Ach ja, nach der ersten Op habe ich jeden Tag ein Rosinenbrötchen gegessen,
    deshalb war alles in kürzester Zeit wieder zu! Rosinen enthalten Höchstwerte an Salicylsäure.
    Danach habe ich auch alles Alkoholische weggelassen, wegen der Weintraube.
    Da erntet man auf Einladungen ja manch komische Blicke, so oder so ist man mit dieser Diagnose ein wenig Außerirdisch :)).
    Ich wünsche mir das alle diejenigen mit dieser Diagnose,Hilfe und mehr Infos bekommen. Beim Deutschen Allergie und Asthmabund habe ich das auch schon angemerkt. Aber es sind tatsächlich wahrscheinlich noch zu wenig, so blöd es klingen mag, die eine richtige Diagnose haben. Um etwas zu erreichen müsste man tatsächlich mehrere Betroffene haben. Ist traurig, aber ich gebe die Hoffnung nicht auf!
    Oje, ich schreibe einen Roman:)
    Bin gerne bereit zu helfen!!

    Lg
    Traute

    • Liebe Traute,

      ich freu mich, dass du auf diese Seite gefunden hast! Mit deinen langen Erfahrungen kannst du sicher viel Hilfe und Infos weiter geben. Ich hab heute schon an anderer Stelle geschrieben: es wird höchste Zeit, dass diese Seite ein Forum bekommt, damit wir uns besser austauschen können! Ich setze mich dran und gebe dir Bescheid, wenn es soweit ist.

      Und wenn wir dann eine große Gruppe sind, dann fordern wir Beachtung, Hilfe und Unterstütung beim DAAB 😉

      Alles Liebe
      Sylke

    • Hallo Traute,

      ja, mit dieser Diagnose ist man in der Tat ein wahrer „Alien“. Muss ich wohl schon fast mein ganzes Leben gehabt haben. Äußert sich bei mir auch durch rheumatische Beschwerden und dass ALLE Schleimhäute gereizt werden und sich ablösen… NNH-OPs 6x schon, hat keinen Sinn. Riechen und schmecken nun seit 21 Jahren nicht mehr (fast durchgängig). Ich bin nun 39 Jahre und habe mich daran geöhnt. Nur diese anderen körp. Symptome/ Niesanfälle ohne Ende, sind extrem lästig. Ich habe den Belastungstest im Krankenhaus gemacht, wobei ich nicht extrem reagiert habe. Nun beließ man es dabei, dass ich mir ab jetzt jährlich Polypen entfernen lassen soll, salicylatarm essen soll und damit irgendwie leben lernen soll. Nun zur Frage: Hat Ihr Mann oder Sie inzwischen selbst weitergeforscht und sind vllt. auf alternative Behandlungsansätze gestoßen? Was kann man (außer Aspirin lebenslänglich) denn noch tun? So wie es kam, muss es doch auch wieder gehen können. Oder?
      Also für Tipps bin ich seeeehr zugänglich. (Meine Mutter hatte es auch, starb an ihrem ersten Astma-Anfall vor Jahren schon…) Immer mehr Leute kriegen das, was mir zu denken gibt…
      Danke für eine Antwort, gern auch per persönlich Nachricht: t.schultz75@googlemail.com

    • Hallo Traute!

      Leide seit ca. 4 J. an Asthma, dann entwickeltensich irgendwann diese ASS Intoleranz, konnte immer schlechter riechen und bekam immer mehr Kopfschmerzen. Mein neuer HNO Arzt riet mir zu einer OP, aber gab mir keine Diagnose und so beachtende nichts ein. Ich könnte nur einen Tag, 3 Wo. später mal riechen, hatte meinen Geschmackssinn weiterhin aber hatte null Ahnung. Hab immer schön scharf gegessen, damit das Essen überhaupt mal Spaß macht. Nun gehe ich die OP zum zweiten Mal an und hoffe das ich mich besser Ernähre und der Geruch bleibt. Bin gespannt und hoffe auf gute Tips von Euch zur Ernährungsumstellung. Habe wenig Probleme mit der Atmung, treibe regelmäßig Sport und bin viel auf dem Wasser. Bin übrigens 50 Jahre alt.

      LG Thomas

      • Hallo Hannes,

        schau mal hier: da sind Infos zu sali-armen Lebensmitteln in der Übersicht zusammen gefasst.

        Scharf kannst du übrigens weiter essen: Chili geht 🙂

        Viele Grüße und viel Erfolg bei der OP!!
        Sylke

      • Hallo,
        Auch ich leide an dieser xxxx ASS Intoleranz. Ist letztes Jahr nach der 2 Nasen OP festgestellt worden. Ich habe dieses Jahr eine Desaktivierung versucht und musste diese leider abbrechen da ich extrem allergisch (Hautausschlag am ganzen Körper) auf Aspirin reagiert habe. (100mg /Tag)
        Mein Geruchssinn ist mehr oder weniger verschwunden. Trotz Kortison Spray im Test nur 6 von 12 erahnen können. Riechen wäre Zuviel gesagt.
        Jetzt muss also Plan B her…. nur hat den noch keiner wirklich. Ernährung umstellen? Weitere Op? Kortison in hoher Dosis? Homöopathische Behandlung?? Habt Ihr Erfahrung wie man das weg bekommt OHNE Desaktivierung?
        Danke für Tipps
        Gruß Thilo

        • Lieber Thilo,

          willkommen im Club 😉

          Eine Frage: Hast du auch Magen-Darm-Beschwerden? Nach der Reaktion auf die Desaktivierung, die du beschreibst, könntest du zu einer Untergruppe bei ASS-Intoleranz gehören, die vor allem mit MAgen-Darm-Beschwerden und Hausausschlag auf ASS reagiert und bei der die Desaktivierung wegen anhaltender Beschwerden nicht klappt (falls dich das interessiert: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4289104/ ). Eine „schnelle“ Lösung hat dafür leider trotzdem noch niemand gefunden 😉

          Die meisten von uns finden irgendwann ihre eigene Mischung aus Medikamenten, Ernährung, Entspannung, … mit der sie die Symptome einigermaßen im Griff haben. In diesem Beitrag hab ich mal versucht, die großen Optionen, die du hast (in deinem Falle dann ohne Desaktivierung …) aufzulisten: http://samter-trias.de/diagnose-samter-trias-was-sind-meine-alternativen/. Ich selbst komme ganz gut klar mit saliarmer Ernährung plus Medikamente bei Bedarf. Mal besser, mal weniger gut. Wie es halt so ist 🙂 Ach ja: auch wichtig ist, dass du genug schläfst, trinkst, Stress im Griff behälst usw.: das beeinflusst auch recht stark die Symptome. Schau einfach mal die Kommentare auf den verschiedenen Seiten an, dann bekommst du vermutlich einen guten Eindruck, was andere so machen.

          Viele Grüße
          Sylke

        • Hallo Thilo,
          Werte dazu, ab welchen Megen jemand auf Salicylsäure reagiert gibt es meines Wissens nach nur für starke Sofortreaktionen im Rahmen von adaptiven Desaktieirungen (meist gemessen als Abfall der Einsekungenkapazität um größergleich 20%, dh. schwerer Asthmaanfall – das ist auch der WErt der als „Schwellendosis“ bezeichnet und in dem Artikel zitiert wird). Die europäische Leitlinie zur Durchführung dieser Desaktivierung https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17521312 empfiehlt in Fällen, in denen schwere Asthmaanfälle erwartet werden können, mit einer Höchstdosis von 10mg zu starten. In schwersten Fällen soll auch gar keine orale Desaktivierung durchgeführt werden, weil das Risiko einer anaphylaktoiden (lebensbedrohlichen) Rekation bei Einnahme auch dieser Menge zu groß ist. Soviel zu „benötigten“ Mengen ASS bei Sofortreaktionen.

          Ab welchen Mengen Salicylate das Polypenwachstum fördern oder auch weniger starke bzw. chronische Beschwerden verursachen ist nicht untersucht. Bekannt ist nur, dass die Polypen auch weiter wachsen bzw. Samter-Betroffene chronisches, meist schwer kontrollierbares Asthma haben, auch wenn die Betroffenen keinerlei ASS oder NSAR in theraoeutischen Dosen einnehmen.

          Und wenn du mit Betroffenen sprichst, die sich salicylsäurearm ernähren, dann werden sie dir berichten, dass die Beschwerden schon bei sehr geringen Dosen, wie sie in vielen Lebensmitteln enthalten sind, wieder stärker werden.

          Wo die Dame aber Recht hat ist, dass die Beschwerden individuell sehr unterschiedlich stark ausgeprägt sind. Da muss man jeweils austesten, wieviel man verträgt.

          Viele Grüße
          Sylke

  2. Liebe Sylke,

    ich recherchiere schon lange zum Thema, bin erst heute auf deine Seite gestossen: leider – sehr gut gemacht, da kann ich mir einige super Tipops holen…
    Ich habe zwar keine Salicyatintoleranz, muss aber aus anderen Gründen Salis meiden. Ich leide an Fibromyalgie, auch ein wenig anerkanntes Krankheitsbild und schulmed. nicht wirklich behandelbar; ich mache eine Therapie, bei der man Salicylate meiden muss (weil sie die Wirkung unseres Medikaments blockieren): in der Nahrung und auch in der Kosmetik, weil die Wirkstoffe ja auch über die Haut in den Körper gelangen können.
    Du weisst sicher, dass in sehr vielen Kosmetikprodukten Salis enthalten sind. Wie geht ihr mit dem Thema um? In unseren Fibro-Foren gibt es dazu viele Infos; schau mal hier: http://fibromyalgie-guaifenesin-forum.de/forumdisplay.php?fid=226,
    http://www.fibromyalgie-guaifenesin.info/de/salicylatvermeidung/uebersicht/

    Ich würde mich freuen, wenn wir uns austauschen; ich habe vor einigen Monaten eine Selbsthilfegruppe Fibromyalgie in Wien gegründet, die langsam und stetig wächst. Meine Diagnose bekam ich nach 7 Jahren Ärztemarathon im Juli 2012, musste meinen Job als Geschäftsführerin aufgeben. Ich stehe in engem Kontakt mit den „Gründerinnen“ unserer Therapie in D (u.a. die o.g.Site-Betreiber); auch wir versuchen, mehr Gehör zu finden und arbeiten grenzüberschreitend…

    VLG Uli

    • Liebe(r?) Uli,

      vielen Dank für dein Lob! Ich freu mich immer sehr, wenn die Infos helfen 🙂

      Über Fibromyalgie-Seiten bin ich an zu schon mal gestolpert, eben wegen der Gemeinsamkeit, dass wir alle Salicylsäure meiden müssen.

      Mit den Sals in Kosmetika und Hygieneprodukten gehe ich persönlich so um, dass ich alles auf ein Minimum reduziert habe und nur Produkte verwende, von denen ich weiss, das ich sie vertrage (weil ich sie persönlich getestet habe).

      Die Salicylate-Links in deinem Beitrag sind interessant. Spannend finde ich auch die Sal-Suchmaschine!

      Weisst du übrigens, wie man Selbsthilfegruppen für Fibromyalgie in Deutschland findet? Eine Bekannte von mir weiss seit kurzem, dass sie betroffen ist.

      Viele Grüße
      Sylke

  3. Hey Sylke, nachdem ich zumindest die Lebensmittel strikt sortiere und ich alles selber mache, um versteckte Zutaten und Konservierungsstoffe zu meiden, lässt mich die Frage nach ’sicheren‘ Kosmetika nicht in Ruhe. Voll mit ätherischen Ölen, Konservierungsstoffen und/oder Pflanzen die wir nicht essen sollten (und daher wohl auch nicht auf die Haut lassen sollten). Was darf man also ruhigen Gewissens nehmen? Wie hältst du das mit dem Thema? Habe jetzt aus Österreich eine Pflegeserie bestellt, aber die ist sehr teuer und es fehlen halt auch Dinge (Haarstyling…)
    Liebe Grüße
    Andrea

    • Hallo Andrea,
      zuerst mal: bitte entschuldige die späte Antwort – ich bin im Urlaub und fast komplett offline 🙂

      Zum Thema Kosmetika bin ich, fürchte ich, nicht die beste Ansprechpartnerin. Denn ich selbst benutze nur absolute Basics: z.B. die Baby-„Waschlotion & Shampoo 2 in 1“ der Eigenmarke „babydream“ von Rossmann, als „After-Sun-Lotion“ reines Reiskeimöl, zu Zahnpasta habe ich ja schon was geschrieben. Ich hab allerdings auch das Glück, dass ich in meinem aktuellen Job nicht „repräsentieren“ muss.

      Mit der Pflegeserie aus Österreich meinst du vermutlich die mysalifree-Serie? Die ist, glaube ich, als Ausgangspunkt sehr OK, auch wenn in einzelnen Produkten Konservierungsstoffe (Benzoate) enthalten sind, die ich persönlich meiden würde. (Die Reihe ist für Menschen mit Fibromyalgie entworfen worden, die offenbar nur auf Salicylate selbst, nicht aber auf verwandte Stoffe wie z.B. Benzoate reagieren. Zu den Unterschieden zwischen Salicylsäure-Unverträglichkeit und der Vermeidung von Salicylaten bei bestimmten Formen der Behandlung von Fibromyalgie habe ich im Forum schonmal eine Zusammenfassung versucht.)

      Oft findet man aber Rezepte zum Selbermachen für alle Mögliche im Internet, die man dann notfalls noch salicylsäurefrei abwandeln kann (salfreie Öle, lieber kleine Mengen als konservierende Zutaten etc.). Vielleicht probierst du es mal auf diesem Weg?
      Und noch eine Bitte: wenn du fündig wirst: lass es uns wissen! Danke 🙂
      Sylke

  4. Ein nettes hallo an alle

    Bin froh das ich diese Seite entdeckt habe ich fühle mich etwas alleine. Habe mehere allergien Heuschnupfen Nickel mein Darm ist nicht in Ordnung war bei einem
    guten Heilpraktiker allerdings dieses Medikament habe ich nicht vertragen. Ich habe schon seit Jahren immer ein Brennen auf der Zunge seit neustem auch atemnot beim test kam jetzt raus allergisch gegen Natriumdisulfit E221E222E223E224 Mercapto-Mix,Propolis und bin jetzt ziemlich hilflos was ich essen darf. Habe in zwei Wochen schon 4kg abgenommen,der Arzt meint ich soll antesten was ich essen darf…..Kann mir bitte jemand helfen.
    Gerne auch an teddy58@versanet.de schreiben danke

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  6. Hallo,
    Ich freue mich auch riesig über die Informationen zu der ASS-Intoleranz. Kann auch schon seit 10 Jahren nicht mehr richtig riechen, bin 27 Jahre und habe ständig eine verstopfte Nase mit chronischer Nebenhöhlenentzdg und Polypenbildung. Meine Frage ist, wo gibt es gute Bücher zur Ernährung bei ASS-Int.? Und welches genau können Sie empfehlen? Möchte auch demnächst eine Familie gründen, muss ich auf etwas achten?
    Wie sind Ihre Erfahrungen mit Samter-Trias und Schwangerschaft?

    Lieben Gruß,
    Susanne

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