Tabelle: Salicylsäure- und Histamingehalt von Gemüse

Direkt zur Tabelle I Gemüse von A – Z

Staudensellerie, Public Domain via PixabayViele Menschen mit Salicylsäure-Unverträglichkeit vertragen auch Histamine schlecht. Wer allerdings auf beide Inhaltstoffe achten muss, hat es auch doppelt so schwer, geeignete Lebensmittel zu finden. Hier soll die Übersichtstabelle Gemüse helfen, die unten zu finden ist.

Wenn Salicyläure- und Histaminintoleranz zusammen kommen, kann der jeweilige Anteil unterschiedlich stark ausgeprägt sein: der eine reagiert sehr empfindlich auf Salizylate, hat aber nur bei sehr histaminhaltigen Nahrungsmitteln Probleme. Bei dem nächsten ist es gerade umgekehrt. In solchen Fällen wird das Austesten von Lebensmitteln zur Sisyphus-Arbeit. Oder die Liste der „sicheren“ Lebensmittel wird kürzer und kürzer. Die Tabellenübersicht unten soll allen, die auf Salicylate und Histamin achten müssen, das Leben etwas einfacher machen.

Bei den Gemüsesorten in der Tabelle steigt

  • von links nach rechts der Salicylsäuregehalt und
  • von unten nach oben der Histamingehalt.

Für die Gemüsesorten in den beiden obersten Zeilen gibt es keine oder nur widersprüchliche Angaben zur Verträglichkeit bei Histaminintoleranz.

Als Faustregel gilt: Gemüse der Kategorie

  • 0: wird in der Regel auch von Menschen mit einer ausgeprägten Intoleranz gegen den jeweiligen Inhaltsstoff vertragen: Bei üblichen Verzehrsmengen sind keine Symptome zu erwarten
  • 1: kleinere Mengen, ab und an verzehrt, werden oft vertragen
  • 2: auch bei kleinen Mengen sind bei Menschen mit ausgeprägter Intoleranz Symptome zu erwarten; übliche Verzehrsmengen rufen meist deutliche Symptome hervor
  • 3: Symptome treten in der Regel schon bei kleinen Mengen und auch bei Menschen mit gering ausgeprägter Intoleranz auf

Das Gemüse im hellgrünen Bereich gilt also als „sicher“ auch für Menschen mit starker Salicylsäure- und Histaminintoleranz. Der dunkelgrüne Bereich markiert die „sicheren“ Gemüsesorten für alle, die nur auf Salicylate achten müssen. Mit den übrigen Angaben sollte man die eigene Toleranzschwelle für beide Stoffe einigermaßen gut austesten – und hoffentlich den Speiseplan entsprechend erweitern – können.

Bitte fragt, wenn etwas unverständlich geblieben ist – und postet gerne eure Erfahrungen in den Kommentaren.

Viele Grüße
Sylke

Tabelle: Salicylsäure- und Histamingehalt von Gemüse

Tabellenübersicht: Salicylsäure- und Histamingehalt Gemüse, Seite 1

 

Tabellenübersicht: Salicylsäure- und Histamingehalt Gemüse, Seite 2

Mungbohnen

By Photograph: Frank C. Müller, Baden-Baden (Self-photographed) [CC BY-SA 2.5 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5)], via Wikimedia Commons

(1) Mungsprossen

By Photograph: Duk [GNU Free Documentation License (https://en.wikipedia.org/wiki/GNU_Free_Documentation_License)], via Wikimedia Commons

(2) Mungbohnen

gehören zu den Hülsenfrüchten, sind aber leichter verdaulich als die bei uns üblichen Bohnensorten und verursachen keine Blähungen. Kaufen kann man Mungbohnen getrocknet, zB. in Asialäden oder türkischen Supermärkten. Als Keimlinge werden Mungbohnen in Deutschland häufig unter der falschen Bezeichnung „Sojasprossen“ angeboten.

Mungbohnenkeimlinge sind ein klassisches Wok-Gemüse (zB. zusammen mit Staudensellerie und Butternutkürbis zu Reis) und lassen sich auch im Salat genießen. Ein klassisches Rezept für getrocknete Mungbohnen ist das indische „Dal“.

Chayote / Choko

Chayote, Public Domain via Wikimedia Commonsauch dieses Gemüse ist in Deutschland am ehesten beim Asiaten zu finden. Es schmeckt ganz ähnlich wie Kohlrabi (nicht ganz so intensiv) und lässt sich auch genauso zubereiten. Nur die Kochzeit ist etwas kürzer.

Staudensellerie

Staudensellerie, Public Domain via Pixabayauch Stangensellerie, Bleichsellerie oder Stielsellerie genannt. Staudensellerie ist sehr aromatisch und eignet sich deshalb herovrragend als Suppengemüse (Stangen und die zarten Blätter im inneren der Staude). Staudensellerie kann aber auch gut als Wok-Gemüse oder gedünstet mit heller Soße zu Reis gegessen werden.

 

Wirsingkohl

Wirsingkohl By Photograph: Goldlocki [GNU Free Documentation License (https://en.wikipedia.org/wiki/GNU_Free_Documentation_License)], via Wikimedia Commons

(3) Wirsingkohl

auch: Wirsing, Welschkohl, Welschkraut, Savoyer Kohl, Wirz, oder – in Österreich – schlicht Kohl genannt. Der klassische Eintopf-Kohl, zu erkennen an seinen typisch kraus gewellten Blättern.

 

 

 

Chinakohl

Chinakohl, Public Domain via Pixabay

Chinakohl

hat meist gelbgrüne Blätter mit breiten Blattrippen in einem festen, ovalen Kopf, der zwischen 1 und 3 Kilogramm wiegt. Chinakohl eignetsich als Kohlgemüse oder Salat.

Pumpkins

(4) Pumpkins by Martin Doege (Morn), uploaded to English WP on 2003-08-21 – Own work. Licensed under GFDL 1.2 via Commons – https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Pumpkins.jpg#/media/File:Pumpkins.jpg

(4) Pumpkins

unter den vielen, vielen Kürbissorten ist der „Pumpkin“ wohl der typischste Halloween-Kürbis. Er eignet sich als Gemüse ebenso wie zur Suppe. In Nordamerika wird er auch gerne zum „Pumpkin-Pie“ verarbeitet.

Alle Gemüsesorten

zu denen ihr Angaben in der Tabelle findet:

Ackerbohne (Vicia faba, auch Saubohne, Schweinsbohne, Favabohne, Dicke Bohne, Große Bohne, Pferdebohne, Viehbohne, Faberbohne oder Puffbohne genannt),
Alfalfa (Luzerne),
Artischocke,
Aubergine mit und ohne Schale (Melanzani),
Augenbohne (Vigna unguiculata, auch Schwarzaugenbohne, Schlangenbohne, Kuhbohne, Kuherbse, Langbohne genannt),
Avocado,
Bambussprossen,
Blumenkohl (Karfiol),
Broccoli,
Brunnenkresse (Nasturtium officinale, Wasserkresse),
Butternut Kürbis,
Cannellinibohnen,
Champignons,
Chayote (Choko),
Chicorée,
Chilischoten (gelb, grün, rot),
Chinakohl (Brassica rapa subsp. Pekinensis, auch Pekingkohl, Japankohl, Selleriekohl),
Eingelegtes Gemüse, Essiggemüse (Essiggurke, Olive, Zwiebeln, Mixedpickles),
Eisbergsalat,
Endivie (Endiviensalat, Friséesalat),
Erbsgrün aus Zuckererbsen,
Fenchel,
Frühlingszwiebeln (gerader Stengel) (auch: Frühzwiebel, Lauchzwiebel, Jungzwiebel, Frühlingslauch, Zwiebelröhrl, Zwiebelröhrchen, Röhrenlauch, Schluppenzwiebel, Schlottenzwiebel),
Gartenkürbis (engl. „marrow“ = eine ausgewachsene Zucchini),
Gemüsesaft, -suppe, brühe (Würfel, flüssig, Pulver),
Grüne Bohnen (Schnittbohne, Schhnibbelbohne, Österreich: Fisolen),
grüne Erbsen,
Gurke (Cucumis sativus),
Kabocha Kürbis,
Kai-lan (chinesischer Broccoli),
Karotte (auch Möhre, Mohrrübe, Gelbrübe, Gelbe Rübe, Rüebli, Riebli oder Wurzel),
Kartoffeln (neu, braun, farbig bzw. rot, blau, lila, rosa),
Kichererbsen,
Lauch (auch Porree, Breitlauch, Winterlauch, Welschzwiebel, Gemeiner Lauch, Spanischer Lauch, Aschlauch, Fleischlauch),
Limabohne (Phaseolus lunatus, Mondbohne),
Linsen (braun, rot und gelb),
Lupinensamen (Wolfsbohne, Feigbohne),
Mais,
Mungbohnen,
Oliven,
Pak Choy (Bok Choy, Senfkohl),
Paprika (grün, rot, gelb),
Pastinaken,
Pilze,
Pumpkins,
Radicchio,
Radieschen,
Rosenkohl (Brüsseler Kohl),
Rote Beete (Randen),
Rote Kidneybohnen,
Rotkohl,
Rucola (Rukola, Rauke),
Salate: Römersalat, Lollo rosso, Lollo bianco, roter und gründer Eichblattsalat, Kopfsalat,
Sauerkraut,
Schälerbsen (grün, gelb) (auch: Spalterbse),
Schalotte,
Schnittlauch,
Seetang,
Sojabohne,
„Sojasprossen“ (als fälschliche Bezeichnung für die Keimlinge der Mungbohne),
Spargel,
Speiserübe (Brassica rapa subsp. rapa, Unterarten: Mairübe, Teltower Rübchen, Pfatterer Rübe, Gatower Kugel, Herbstrübe),
Spinat,
Staudensellerie (auch:  Bleichsellerie,  Stielsellerie, Stangensellerie),
Steckrübe (Wruke, Kohlrübe, Butterrübe, Erdkohlrabi, Unterkohlrabi, Untererdkohlrabi, Bodenkohlrabi, Schwedische Rübe, in Österreich Dotsche, im Schweizerdeutschen Knutsche),
Süßkartoffel,
Tomate (frisch),
Tomate (getrocknet, Saft, passiert, Paste, Soße),
Trüffel,
Wasserkastanie,
weiße Bohnen,
Weißkohl (auch Weißkraut, Weißkabis, Kappes, Kaps, Kappus, Kabis oder Kraut),
Wirsing (auch: Wirsingkohl, Welschkohl, Welschkraut, Savoyer Kohl, schweizerdeutsch Wirz, Österreich Kohl)
Zucchini, mit und ohne Schale
Zuckermais
Zuckerschote (Zuckererbse, Mange-tout), Kaiserschote (Kefe, Mange-tout, Kiefelerbse)
Zwiebel

Quellen

Salicylsäure-Werte:

  • Swain AR, Dutton SP, Truswell AS: Salicylates in foods. Journal of the American Diettetic Association 1985 Aug.: 950-60
  • Swain A, Soutter V, Loblay R: RPAH Elimination Diet Handbook with food & shopping guide. Allergy Unit, Royal Prince Alfred Hospital 2011

Histaminwerte:

  • Schweizerische Interessengemeinschaft Histamin-Intoleranz: http://www.mastzellaktivierung.info/downloads/foodlist/11_FoodList_DE_alphabetisch_mitKat.pdf

Bilder:

(1): By Photograph: Frank C. Müller, Baden-Baden (Self-photographed) [CC BY-SA 2.5 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5)], via Wikimedia Commons

(2): By Photograph: Duk [GNU Free Documentation License (https://en.wikipedia.org/wiki/GNU_Free_Documentation_License)], via Wikimedia Commons

(3): By Photograph: Goldlocki [GNU Free Documentation License (https://en.wikipedia.org/wiki/GNU_Free_Documentation_License)], via Wikimedia Commons

(4): „Pumpkins“ by Martin Doege (Morn), uploaded to English WP on 2003-08-21 – Own work. Licensed under GFDL 1.2 via Commons – https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Pumpkins.jpg#/media/File:Pumpkins.jpg

 

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4 Gedanken zu „Tabelle: Salicylsäure- und Histamingehalt von Gemüse

  1. Vielen Dank für die Listen zu den Lebensmitteln! Eine Frage hätte ich dazu: Handelt es sich bei den Oliven in der Tabelle um die Grünen und ist deshalb bei „sehr hoch“ eingeordnet? Habe irgendwo gelesen, dass diese nach der Ernte mit Salicylsäure behandelt werden, damit sie nicht braun werden. Soweit ich das verstanden habe, wird das bei den schwarz eingefärbten nicht gemacht.

    LG Nele

    • Hallo Nele,

      ich hab die Angabe zu den Oliven aus dem RPAH Handbook. Dort wird nicht unterschieden nach Scharzen und grünen Oliven und es gibt auch keine Anmerkung zB. zu Zusätzen o.ä. Deshalb würde ich davon ausgehen, dass alle Oliven gemeint sind und diese im Zweifelsfalle Salicylate im Fruchtfleisch selbst enthalten.

      Viele Grüße
      Sylke

  2. Danke für deine Antwort! Ich werde das beobachten und zu gegebenem Zeitpunkt nochmal antworten. Da ich seit vier Wochen schubfrei bin, obwohl ich schwarze Oliven gegessen habe, wäre es eine Austestung wert. LG

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