Schmerzmittel bei Zahn-OP

Schmerzmittel bei NSAR-UV und ZahnschmerzenBei mir steht eine Zahn-OP an – und die 1.000-Euro-Frage lautet: Welches Schmerzmittel kann ich nehmen?

Erste Antwort des Arztes: Novaminsulfon. Aber …

Novaminsulfon, auch Metamizol genannt (Handelsnamen ua.: Novalgin, Nopain, Berlosin, Baralgin, Analgin, Algocalmin), zählt nicht zu den NSAR (und damit zu den Medikamenten, die man bei Samter-Trias unbedingt vermeiden sollte) und ist deshalb auf den ersten Blick eine naheliegende Wahl für Patienten mit NSAR-Unverträglichkeit.

Recherchiert man jedoch weiter, stellt sich heraus, dass der Wirkmechanismus von Metamizol / Novaminsulfon bisher ungeklärt ist und vermutlich auf einer COX-1-Hemmung und / oder Wirkung auf Cannabinoid-Rezeptoren beruht. COX-1-Hemmer sind jedoch genau die Medikamente, die Samter-Trias-Betroffene nicht vertragen. Weiterlesen

Tabelle: Salicylsäure- und Histamingehalt von Milch und Milchprodukten

Direkt zur Tabelle Milch und Milchprodukte von A – Z

milch-ist-salicylsaeurefreiDie Tabelle Nummer sieben mit dem Salicylsäure- und Histamingehalte von Milch und Milchprodukten – für alle, die sowohl auf Salicylsäure wie auf Histamine achten müssen. Weiterlesen

Adaptive Desaktivierung und HIT – ein Erfahrungsbericht

Die Adaptive Desaktivierung hilft manchen Betroffenen – bei anderen geht sie nach hinten los und kann die Beschwerden, insbesondere das Asthma, sogar verschlimmern. Was könnte der Grund dafür sein?

Nehmen wir an, eine Person hat eine bestimmte Form der Histaminintoleranz, die sich nicht so sehr auf den Verdauungstrakt auswirkt, sondern vor allem auf die Schleimhäute (und das ZNS), wie es bei einer Histaminintoleranz durch eine HNMT-Abbaustörung der Fall ist. Diese Form der HIT kann unter anderem Dauerschnupfen, entzündete Nasennebenhöhlen und eine entzündete Bronchialschleimhaut mit entsprechenden Atembeschwerden verursachen. Bis auf die fehlenden Polypen also zum Verwechseln ähnlich mit einer Salicylsäure-Unverträglichkeit. Weiterlesen

Salicylate in der Tiermast

Mediakamente im EssenHabt ihr auch schonmal einen Asthmaanfall nach einer eigentlich salicylsäurearmen  Mahlzeit bekommen und euch gefragt, wo der nun wieder herkommt? Uwe hat in zwei Fachartikeln zum Einsatz von Salicylaten in der Tiermast eine Antwort gefunden – und die ist sehr unerfreulich. Trotzdem oder gerade deshalb Danke an Uwe für die Info und den Link zu den Artikeln. Weiterlesen

Tabelle: Salicylsäure- und Histamingehalt von Fisch, Fleisch und Ei

Direkt zur Tabelle  Fisch, Fleisch und Ei von A – Z

meat-415586_640(Aktualisiert am 28.12.16) Tabelle Nummer 6 mit dem Salicylsäure- und Histamingehalte von Fisch, Fleisch und Ei – für alle, die sowohl auf Salicylsäure wie auf Histamine achten müssen. Weiterlesen

Salicylsäure-Unverträglichkeit – Die Symptome

Bildschirmfoto 2016-06-22 um 20.31.38Zu den typischsten Symptomen einer Salicylsäure-Unverträglichkeit gehören die Urtikaria (auch Nesselsucht genannt) und der Morbus Samter, bei dem die drei Krankheitsmerkmale Salicylat-Intoleranz, Polypen und Asthma eine „Trias“ bilden.

Es gibt aber zahlreiche weitere Symptome, die bei einer Salicylsäure-Unverträglichkeit auftreten können. Weiterlesen

Tabelle: Salicylsäure- und Histamingehalt getrockneter Gewürze

Direkt zur Tabelle I Gewürze von A – Z

Salicylsäuregehalt von Gewürzen

Diese Tabellen zum Salicylsäure- und Histamingehalte getrockneter Gewürze unterscheidet sich in einem wesentlichen Punkt von den anderen Tabellen: die Einordnung in die verschiedenen Verträglichkeit-Kategorien bezieht jeweils auf 1 g Ware (statt, wie sonst, auf 100 g). Weiterlesen

Fachartikel zur Salicylsäure-Unverträglichkeit

Fachartikel zur Salicylsäure-Unverträglichkeit.

Sommer, Doron D. et al. (2016): A novel treatment adjunct for aspirin exacerbated respiratory disease: the low salicylate diet


Sommer, Doron D., Brian W. Rotenberg, Leigh J. Sowerby, John M. Lee, Arif Janjua, Ian J. Witterick, Eric Monteiro, Michael K. Gupta, Michael Au, Smriti Nayan (2016): A novel treatment adjunct for aspirin exacerbated respiratory disease: the low salicylate diet: a multicenter randomized control crossover study, in: International Forum of Allergy & Rhinology, Jg. 2016, Nr. 4, S. 385-391, http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/alr.21678/abstract

Nach der Pilotstudie von DD Sommer et al. (2015) zum selben Thema, die zweite Studie Studie zur Wirksamkeit einer salicylsäurearmen Diät bei Samter-Trias.

Die Studie hat an 43 Teilnehmer mit Samter-Trias untersucht, ob eine 6-wöchige salicylsäurearme Diät im Vergleich zu einer normalen Diät die Beschwerden durch Nasenpolypen und Asthma besserte. Die Stärke der Beschwerden wurden durch standardisierte Befragungen der Teilnehmer und durch Messungen des Polypenwachstums beurteilt.

Die Studie ergab, dass sich die Beschwerden durch nasale Polypen und Asthma unter der salicylsäurearmen Diät signifikant besserten. Die Besserung von Urtikaria wurde in der Studie nicht untersucht, jedoch berichteten einige der Teilnehmer, dass ihre Urtikaria unter der salicylsäurearmen Diät komplett verschwand.

Die salicylsäurearme Diät wurde aus den Daten zum Salicylsäuregehalt verschiedener Studien zusammengestellt (vor allem den Daten von Wood et al. aus 2011?). Als salicylsäurearm wurden Lebensmittel mit weniger als 0,09mg Salicylsäure pro Portion eingestuft, als salicylsäurereich Lebensmittel mit mehr als 0,5 mg Salicylsäure pro Portion. Andere Quellen von Salicylsäure (zB. Zahnpasta und Hygieneprodukte) wurden während der Diät nicht ausgeschlossen.

Die Studienteilnehmer erhielten Informationen zum Salicylsäuregehalt von Lebensmitteln, eine detaillierte Liste salicylsäurereicher Lebensmittel, die vermieden werden sollten, und ein Rezeptbuch mit Beispielrezepten. Sie wurden aufgefordert, Lebensmittel mit hohem Salicylsäuregehalt zu meiden und solche mit niedrigem Salicylsäuregehalt zu konsumieren.

Die Diät galt als nicht eingehalten, wenn die Teilnehmer im Zeitraum der Diät 6 bis 9 mal mehr als fünf verschiedene Lebensmittel mit sehr hohem Salicylsäuregehalt gegessen hatten (non-compliance). Als „mässig compliant“ galt, wenn im Diätzeitraum drei Lebensmittel mit hohem Salicylsäuregehalt zwischen 6 und 9 mal oder mehr als drei Lebensmittel 4 bis 6 mal verzehrt wurden. Als „sehr compliant“ galt eine Diät mit bis zu 3 salicylsäurereichen Lebensmitteln zwischen 2 und 3 mal.

Von den 30 Patienten, die die Studie beendeten gaben 27 an, die Diät strikt bis mässig eingehalten zu haben. Für 3 Patienten waren keine Compliance-Daten verfügbar. 11 Patienten brachen die Studie ab und 2 Patienten nahmen nicht teil. Abbrüche und Nicht-Teilnahme wurden vor allem damit begründet, dass die salicylsäurearme Diät zu einschränkend sei. Die Abbruchquote liegt damit bei etwa 30% und ist vergleichbar mit der Abbruchquote bei der Desaktivierung (Sweet et al., 1990), bei der etwa 30% die Studie wegen gastrointestinaler Beschwerden und anderer Nebenwirkungen abbrechen mussten.

Fazit: Obwohl die salicylsäurearme Diät von vielen Teilnehmern nur mässig strikt eingehalten wurde und obwohl bekannte Quellen für Salicylsäure wie Zahnpasta nicht ausgeschlossen wurden, haben sich bei allen Teilnehmern, die bis zum Studienende dabei blieben, innerhalb von 6 Wochen die Beschwerden durch Nasenpolypen und Asthma gebessert. Das sind gute Nachrichten!

Literatur:

  • Sommer, Doron D. et al. (2015): Treatment of Aspirin Exacerbated Respiratory Disease with a Low Salicylate Diet: A Pilot Crossover Study, in: Otolaryngology-Head and Neck Surgery, Jg. 2015, Nr. 152(1), S. 42-7, http://oto.sagepub.com/content/152/1/42
  • Sweet, JM et al. (1990): Long-term effects of aspirin desensitization treatment for aspirin-sensitive rhinosinusitis-asthma. Journal of Allergy and Clinical Immunology, Jg. 1990, Nr. 85, S. 59-65
Baenkler, Hanns-Wolf (2008): Salicylatintoleranz – Pathophysiologie, klinisches Spektrum, Diagnostik und Therapie

Baenkler, Hanns-Wolf (2008): Salicylatintoleranz – Pathophysiologie, klinisches Spektrum, Diagnostik und Therapie, in: Deutsches Ärzteblatt, Jg. 2008, Nr. 105(8), S. 137-42, http://aerzteblatt.de/pdf/105/8/m137.pdf

Überblicksartikel, der die Fachliteratur zum Thema Salicylsäure-Intoleranz zusammenfasst und auf Entstehung, mögliche Symptome, Diagnose und Therapiemöglichkeiten eingeht.

Prof. Dr. med. Hanns-Wolf Baenkler ist von Hause aus Internist und Allergologe, Universitätsprofessor an der Universität Erlangen-Nürnberg und hat zusammen mit Dr. Dirk Schäfer den FET-Test entwickelt, einen Bluttest zum Nachweis der Salicylsäure-Unverträglichkeit.

Abstract: Klassischerweise kommt es nach Applikation von Salicylaten zu Rhinitis, Bronchialasthma und/oder Polypenbildung in der Nase. Im Darm und an der Haut resultieren entzündlich und urtikariell geprägte Symptome. Ursache ist eine spezielle Reaktionsweise auf COX-hemmende Substanzen in Schmerzmitteln, Kosmetika oder in Pflanzen mit der Folge eines abnormen Musters der Eikosanoide (Prostaglandine, Leukotriene). Die Diagnose stützt sich auf Symptome unmittelbar nach der Aufnahme dieser Substanzen oder auf rezidivierende Polypenbildung. Bluttests leisten einen wesentlichen Beitrag vor allem bei unklaren Fällen. Therapeutisch hilft Karenz. Als Pharmakotherapie eignen sich Corticosteroide. Eine biologische Therapie ist die Adaptation durch Applikation steigender Mengen von Acetylsalicylsäure.

Tabelle: Salicylsäure- und Histamingehalt von Getreide und Pseudogetreide

Direkt zur Tabelle I Getreide und Co. von A – Z

Roggenfeld: salicylsäurearmes Getreide

Nach den Tabellen mit den Salicylsäure- und Histamingehalten von Gemüse und Obst folgt hier die dritte Übersicht für alle, die auf Salicylsäure und Histamine achten müssen: zu Getreide und sogenannten Pseudogetreidesorten wie Buchweizen, Amaranth und Quinoa. Weiterlesen

Tabelle: Salicylsäure- und Histamingehalt von Obst

Direkt zur Tabelle I Obst von A – Z

Staudensellerie, Public Domain via PixabayNach der Tabelle: Salicylsäure- und Histamingehalt von Gemüse folgt hier die zweite Übersicht für alle, die auf Salicylsäure und Histamine achten müssen – diesmal zu Obst. Weiterlesen