High-Omgega-3/Low-Omega-6-Diät bei Samter-Trias?

2014 bis 2017 haben Schneider et al. am Brigham and Women’s Hospital in Boston eine Pilotstudie zur Wirksamkeit der Veränderung des Fettsäuremusters in der Ernährung bei Samter-Trias durchgeführt. 10 Samter-Trias-Betroffene haben sich 2 Wochen lang so ernährt, dass ihr Essen weniger als 5 Gramm Omega-6-Fettsäuren enthielt und mehr als 4 Gramm Omega-3-Fettsäuren. Um Durchführung und Ergebnisse der Studie beurteilen zu können, macht es Sinn, sich zunächst anzuschauen, welche Rolle verschiedene Fettsäuren in unserer Ernährung und für unsere Gesundheit spielen.

Kleine Fettsäurekunde

Fettsäuren sind Ketten aus mindestens vier Kohlenstoff-(C-)Atomen mit einer Carboxylgruppe (-COOH) an einem Ende (durch welche die Fettsäure sauer reagiert). Jedes C-Atom kann, aufgrund seiner chemischen Struktur, 4 Bindungen zu anderen Atomen eingehen. In der Kette von C-Atomen einer Fettsäure sind ein oder zwei dieser Bindungen für die Nachbar-C-Atome „verbraucht“. Wenn die noch übrigen Bindungen der C-Atome an Wasserstoff-(H-)-Atome gebunden sind, dann spricht man von einer „gesättigten“ Fettsäure (= mehr Wasserstoff geht nicht).

Strukturformel der Buttersäure, eine gesättigte Fettsäure

Doppelbindungen

In manchen Fettsäuren bestehen zwischen einzelnen C-Atomen der Kette keine einfachen, sondern Doppelbindungen. Dann bleibt eine Bindung weniger für H-Atome übrig. Man spricht von „ungesättigten“ Fettsäuren.

Weil Chemiker von Natur aus faul sind, zeichnen sie in der Strukturformel oft nicht jedes C- und H-Atom ein, sondern kürzen ab: jede Ecke steht für ein C-Atom, bei dem die nicht näher bezeichneten Bindungen mit H-Atomen besetzt sind. Ein = steht für eine Doppelbindung zwischen zwei C-Atomen:

Strukturformel der Ölsäure by Jü [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], from Wikimedia Commons

Die Strukturformel oben steht also für eine Kohlenwasserstoffkette mit 18 C-Atomen, von denen die C-Atome 9 und 10 (von vorne (der -COOH-Gruppe) her gezählt) eine Doppelbindung eingehen (blaue Zahlen). Von hinten – also vom ω-Ende (ω=Omega=der letzte Buchstabe im griechischen Alphabet) her, gezählt, liegt die Doppelbindung in diesem Falle (weil 18 C-Atome) ebenfalls zwischen dem 9. und 10. C-Atom (grüne Zahlen).

Eine weitere Schreibweise für 18 C-Atome mit 1 Doppelbindung, die vom ω-Ende her gezählt am 9. C-Atom liegt, ist 18:1 (ω−9). Es handelt sich um die Ölsäure, eine einfach ungesättigte Fettsäure, die z.B. sehr viel in Olivenöl vorkommt (alle Speisefette und -öle enthalten eine spezifischen Zusammensetzung aus verschiedenen Fettsäuren).

Eigenschaften von Fettsäuren

In den Strukturformeln oben sieht man, dass sich Doppelbindungen zwischen C-Atomen auch auf die Form der jeweiligen Fettsäure auswirkt. Während gesättigte Fettsäuren ohne Doppelbindungen eine gestreckte Struktur haben, sind ungesättigte Fettsäuren mit Doppelbindung „geknickt“. Das wirkt sich auf die Eigenschaften der Fettsäuren aus. Insbesondere können gestreckte Fettsäuren viel dichter nebeneinander liegen, als die geknickten Fettsäuren. Sie „halten“ deshalb besser zusammen und sind fester. Stearinsäure zum Beispiel (eine Fettsäure mit 18 C-Atomen ohne Doppelbindung, 18:0) ist bei Zimmertemperatur fest und schmilzt erst bei ca. 69 °C, während Ölsäure (18:1 (ω−9)) bei Zimmertemperatur flüssig ist, denn ihr Schmelzpunkt liegt bei nur 16 °C. Die mehrfach ungesättigte Fettsäure 18:2 (ω−6) (Linolsäure, LA, zwei Doppelbindungen, von denen die erste vom ω−Ende her gezählt an Position 6 liegt) schmilzt sogar schon bei −7 °C.

Aufgaben der Fettsäuren im menschlichen Körper

Die Zahl und Position der Doppelbindungen einer Fettsäure verändert aber nicht nur ihren Schmelzpunkt, sondern auch ihre Aufgaben im menschlichen Körper. Gesättigte Fettsäuren wie Palmitin- (16:0) oder Stearinsäure (18:0) dienen dem menschlichen Körper (in Form von Triglyzeriden (Triacylglyceride, TAG)) vor allem als Energiequelle und -speicher.

Einfach ungesättigte Fettsäuren (EUFS) wie die Ölsäure (18:1) werden z.B. in die Wände von Zellen (Zellmembrane) eingebaut und beeinflussen dort, wie „fluide“, d.h. wie geschmeidig, die Zellmembrane sind. Gesättigte und einfach ungesättigte Fettsäuren kann der menschliche Körper selber bilden.

Doppelbindungen, die mehr als 9 C-Atome vom Anfang der Fettsäure entfernt sind, kann der menschliche Körper nicht selber bilden. Deshalb sind zwei der wichtigsten langkettigen, mehrfach ungesättigten Fettsäuren (MUFS) „essentiell“ (=müssen mit der Nahrung aufgenommen werden): Linolsäure (18:2 (ω−6)) und Alpha-Linolensäure (18:3 (ω−3)).

Strukturformel der Linolsäure (LA) (18:2 (ω−6)

Strukturformel der Alpha-Linolensäure (ALA) (18:3 (ω−3)

Andere langkettige MUFS können dagegen vom menschlichen Körper durch Umbau dieser essentiellen Fettsäuren gebildet werden. So kann z.B. Arachidonsäure (AA, 20:4 (ω−6)) entweder mit der Nahrung aus tierischen Fetten aufgenommen oder aus Linolsäure gebildet werden. Die ω−6-Fettsäure Linolsäure ist in diesem Sinne ein Vorläufer der ω−6-Fettsäure Arachidonsäure.

Strukturformel der Arachidonsäure (ARA) (20:4 (ω−6)

MUFS werden im menschlichen Körper ebenso wie die EUFS in Zellmembrane eingebaut und sorgen dort für deren Fluidität. Darüber hinaus dienen mehrfach ungesättigte Fettsäuren aber auch zur Bildung von Eicosanoiden (Gewebshormonen): das sind „Botenstoffe“, die im menschlichen Körper zum Beispiel Entzündungsreaktionen beeinflussen, oder bestimmen, ob sich unsere Bronchien zusammen ziehen oder erweitern.

Je nachdem, welche Fettsäure den Ausgangsstoff bildet, werden unterschiedliche Gruppen von Eicosanoiden gebildet, die unterschiedliche Eigenschaften haben. Vieles zur Entstehung und Wirkung von Eicosanoiden ist noch ungeklärt. Stand der Forschung ist zur Zeit, dass sowohl Omega-6- als auch Omega-3-Fettsäuren für unser Wohlergehen notwendig sind, dass aber ein Zuviel an Omega-6-Fettsäuren und ein Zuwenig an Omega-3-Fettsäuren sich entzündungsfördernd und evtl. auch bronchienverengend auswirken kann.

Fette und Zusammensetzung der Fettsäuren in der Ernährung

Man geht davon aus, dass sich die Zusammensetzung unserer Ernährung über die letzen Jahrhunderte stark verschoben hat:

  • zu insgesamt mehr Fetten
  • unter den Fettsäuren in Richtung gesättigter statt ungesättigter Fettsäuren und
  • unter den mehrfach ungesättigten Fettsäuren in Richtung Omega-6-FS statt Omega-3-FS

und dass diese Verschiebungen anteil an Zivilisationskrankheiten wie Schlaganfall und Bluthochdruck haben.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) empfiehlt für die erwachsene gesunde Bevölkerung, dass (nicht mehr als) 30% der Kalorien unserer Ernährung aus Fetten stammen sollten und davon nicht mehr als 10% aus gesättigten Fetten, 10-13% aus EUFS und 7-10% aus MUFS. Außerdem sollte ein Verhältnis von Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren von 5:1 angestrebt werden. Skandinavien, Japan und die USA empfehlen sogar ein Verhältnis von 2:1 (Quelle: UGB).

Von den beiden für den Menschen essentiellen Fettsäuren Alpha-Linolensäure (18:3 (ω−3) und Linolsäure (18:2 (ω−6) sollten 0,5% der Kalorien unserer Ernährung aus der Alpha-Linolensäure kommen (das sind bei einem Kalorienbedarf von z.B. 2.000 kcal ca. 1,1 g pro Tag) und 2,5% aus der Linolsäure (ca. 5,6 g pro Tag bei einem Energiebedarf von 2.000 kcal/Tag).

In der repräsentativen Nationalen Verzehrsstudie II von 2012 (zusammengefasst von der DGE) machte der Fettkonsum von Männern und Frauen in Deutschland 36 bzw. 34% der gesamten Energiezufuhr aus, davon 16 bzw. 15% gesättigte Fette und nur ca. 5% aus mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Im Durchschnitt nimmt die deutsche Bevölkerung also im Vergleich zu den Empfehlungen insgesamt zu viel Fett zu sich, jedoch trotzdem zu wenig mehrfach ungesättigte Fettsäuren.

Auch ist das Verhältnis von Omega-6 zu Omega-3-Fettsäuren in der Nahrung in der Regel ungünstiger als die empfohlenen 2:1 bis 5:1 und liegt in Deutschland im Durchschnitt bei 8:1 (Quelle: UGB).

Immunmodulation durch Beeinflussung des Fettsäuremusters

In immunmodulatorischen Ansätzen wird zum Teil versucht, die Entzündungsreaktionen chronisch Kranker, z.B. bei rheumatoider Arthritis (RA), durch eine gezielte Veränderung des Fettsäuremusters zugunsten von Omega-3-FS anstelle von Omega-6-FS in der Nahrung positiv zu beeinflussen. Bei rheumatoider Arthritis scheint das auch erfolgreich. Die DGE referiert in einem Beitrag zur Rheumadiät (von 2008?), dass innerhalb von ca. 3 Monaten eine Verbesserung der Symptome der RA bei einer Aufnahme von ca. 3 g EPA und DHA (beides sind Omega-3-Fettsäuren) pro Tag eintritt (Stamp et al. 2005) und dass sich diese Menge auf 900 mg EPA/Tag reduziert, wenn gleichzeitig die Aufnahme von Arachidonsäure auf < 90mg/Tag reduziert wird (Adam 2003). Adam (2010) geht davon aus, dass eine Ernährungsumstellung dann Wirkung zeigt, wenn dadurch ein Verhältnis von Arachidonsäure zu EPA in den Phospholipiden des Plasmas <5 erreicht wird (was bei jedem Individuum mit unterschiedlichen Zufuhren von AA und Omega-3-FS erreicht wird, da die Verstoffwechselung sehr unterschiedlich sein kann).

Die Studienergebnisse aus der rheumatoiden Arthritis kann man jedoch nicht ohne weiteres auf andere Erkrankungen oder auf Entzündungen im Allgemeinen übertragen, wie diese – beispielhaft herausgegriffene – Studie zur Rolle der Omega-6-FS in Entzündungsprozessen zeigt. Vielmehr sind die Ergebnisse dazu, welche Fettsäuren in welchen Mengen sich wie auf Entzündungen allgemein auswirken widersprüchlich. Auch ist unklar, ob unterschiedliche Quellen für Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren — aus tierischen Quellen (z.B. Kaltwasser-Tiefseefisch aus Wildfang), aus Supplementen (z.B. Fischölkapseln) oder aus Pflanzen (z.B. Omega-3-reiche planzliche Öle wie Leinöl) — dieselbe Wirkung haben. Wer hier welche Meinung vertritt, scheint vor allem eine Glaubensfrage, denn verlässliche vergleichende (Meta-)Studien fehlen.

Entsprechend geben Vaupel und Biesalski in „Ernährungsmedizin“ (S. 133) zu bedenken, dass „die vielfältigen Wirkungen der Eicosanoide, ihre gegenseitigen Wechselwirkungen und ihre Beeinflussung durch bestimmte Fettsäuretypen bisher nur in Ansätzen überschaubar sind[. Deshalb] lassen sich die Auswirkungen einer drastischen Fettmodifikation noch nicht genau abschätzen.“

Vor diesem Hintergrund nun zur Studie von Schneider und Kollegen.

Die Studie von Schneider et al.

Ziel der Studie war herauszufinden, ob eine Ernährung mit vermehrter Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren und verminderter Zufuhr von Omega-6-Zufuhr die Symptome der Samter-Trias verbessert.

Dazu ernährten sich 10 Samter-Trias-Betroffene 2 Wochen lang so, dass ihre Nahrung weniger als 4 Gramm (im Schnitt 3,8 g/d) Omega-6-Fettsäure pro Tag enthielt (zuvor im Schnitt 14,5 g/Tag), aber mehr als 3 Gramm (im Schnitt 5,5 g/d) Omega-3-Fettsäure (zuvor im Schnitt 2 g/Tag). Die Omega-3-Fettsäuren stammten, nach Wahl der Teilnehmerinnen, aus tierischen oder pflanzlichen Quellen (insgesamt durchschnittlich 3,8g/d) oder Supplementen (durchschnittlich 1,7g/d). Damit veränderte sich das Verhältnis von Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren in der Ernährung von 7,3:1 vor Beginn der Ernährungsumstellung (aber nach Beginn der Studie, die eine 2-Wochen-Beobachtungsphase der „normalen Diät“ vor der 2wöchigen Phase der Ernährungsumstellung umfasste) zu 0,7:1 während der Ernährungsumstellungsphase.

Die subjektiven nasalen Symptome der Studienteilnehmerinnen (9 von 10 Teilnehmern waren Frauen) besserten sich signifikant (gemessen mit SNOT-22). Das Asthma besserte sich nicht (gemessen an FEV1, allerdings war schon der Ausgangswert sehr gut ) bzw. nicht klinisch signifikant (gemessen mit ACQ-7). Alle Studienteilnehmer verloren Gewicht (die Kalorienaufnahme war durch die insgesamt stark fettreduzierte Kost im Schnitt um 394 kcal/Tag reduziert). Es gab keine signifikanten Korrelationen zwischen der Verbesserung der Symptome und der Menge der aufgenommenen Fettsäuren.

Bewertung der Studie

Dieses letzte Ergebnis – es besteht keine Korrelation zwischen Verbesserung der Symptome und Menge der aufgenommenen Fettsäuren – lässt mich stutzen. Denn Ziel der Studie war ja gerade, durch die Veränderung der Mengen der aufgenommenen Fettsäuren die Symptome zu reduzieren. Umso mehr verwundert, dass die Autoren der Studie auf dieses Ergebnis in der Diskussion mit keinem Wort eingehen.

Was mich am Studiendesign noch irritiert: es gibt keine Informationen darüber, aus welchen Quellen die Omega-6- und Omega-3-Fettsäuren stammen, die die Studienteilnehmer zu sich nehmen (Fisch, planzliche Öle, Fischölkapseln, EPA-/DHA-Supplemente …) und welche Omega-6- bzw. Omega-3-Fettsäuren in der Konsequenz aufgenommen wurden, also z.B.:

Omega-6-Fettsäuren wie:

  • Linolsäure (LA) (18:2 (ω−6)),
  • Gamma-Linolensäure (GLA) (18:3 (ω−6)),
  • Arachidonsäure (ARA) (20:4 (ω−6)) oder

Omega-3-Fettsäuren wie:

  • Alpha-Linolensäure (ALA) (18:3 (ω−3)),
  • Eicosapentaensäure (EPA) (20:5 (ω−3)) oder
  • Docosahexaensäure (DHA) (22:6 (ω−3))

Nach allem (wenigen), das wir über Fettsäuren und ihr Zusammenspiel sowie ihre Wirkung im menschlichen Körper wissen, ist aber sehr wahrscheinlich, dass Quelle und Art der aufgenommenen Fettsäuren für Ihre Funktion und Wirkung im menschlichen Körper durchaus einen Unterschied macht.

Mich verwundert auch die geringe Zahl der Teilnehmerinnen der Studie. Die Studie lief immerhin über 3 Jahre, das Brigham and Women’s Hospital in Boston ist auf Samter-Trias spezialisiert und hat 546 registrierte Samter-Trias-Patienten in seiner Kartei: Was war denn da los, dass nur 9 Frauen und 1 Mann an der Studie teilgenommen haben?

Sicher das größte Manko aus Sicht von Betroffenen ist aber, dass die Diät in der Form, in der sie in der Studie durchgeführt wurde, nicht ohne mögliche Gesundheitsrisiken dauerhaft umgesetzt werden kann:

  • Zum einen, weil sie den Kalorienbedarf der Betroffenen nicht deckt (gut, da kann man noch was machen, aber bei einer so geringen Fettaufnahme wird es tatsächlich langfristig schwierig, genügend Kalorien aufzunehmen).
  • Zum anderen ist auch fraglich und völlig ungeklärt, ob eine solch drastisch modifizierte Fettaufnahme nicht dauerhaft unerwünschte Nebenwirkungen mit sich bringt.

Zum Beispiel wäre vorstellbar, dass der Bedarf an der essentiellen Omgega-6-Fettsäure Linolensäure unter dieser Diät nicht gedeckt wird oder dass die insgesamt hohe Zufuhr an mehrfach ungesättigten Fettsäuren eine unerwünschte Bildung von Sauerstoffradikalen mit sich bringt.

Tatsächlich räumen die Autoren der Studie ein, dass der Untersuchungszeitraum der Studie auch deshalb nur 2 Wochen betrug, weil sie unsicher waren, ob eine längerfristige Durchführung der Diät ohne gesundheitliche Einschränkungen möglich ist.

Fazit

Die Studie von Schneider und Kollegen weist darauf hin, dass eine Modifikation des Fettsäuremusters mit einer Reduktion von Omega-6-Fettsäuren und vermehrter Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren eventuell eine Besserung der subjektiven nasalen Symptome bei Samter-Trias-Betroffenen bewirken kann.

Allerdings ist die Studie zu klein, um verlässliche Ergebnisse zu bringen und es ist ungeklärt, ob die insgesamt stark reduzierte Fettaufnahme und die radikale Veränderung des Fettsäuremusters in der Ernährung hin zu einem Verhältnis von Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren von 0,7:1 nicht mittel- und langfristig gesundheitsschädlich ist.

Dennoch ist es sicherlich keine schlechte Idee für Samter-Trias-Betroffene, auf eine ausgewogene Zusammensetzung der Fettsäuren in ihrer Ernährung zu achten. Als Richtschnur können dabei die offiziellen Ernährungsemfpehlungen der WHO, der DGE und anderer Länder dienen, die für Erwachsene folgendes empfehlen:

  • eine Fettzufuhr von 20 bis 35% der Gesamtenergiezufuhr (WHO), sowie
  • eine Zufuhr von 2 bis 3% (WHO, DGE: 2,5%) der Gesamtenergiezufuhr an Linolsäure
    (das sind bei einem täglichen Kalorienbedarf von 2.000 kcal ca. 5,6 g pro Tag: dieser Bedarf ist bei gemischter Kost normalerweise gedeckt bis übererfüllt) sowie
  • 0,5% (DGE) bis 2% (WHO) der Gesamtenergiezufuhr an Alpha-Linolensäure
    (entspricht bei einem Kalorienbedarf von täglich 2.000 kcal ca. 1,1 bis 4.4 g pro Tag; dieser Bedarf kann z.B. gedeckt werden durch 1 Eßlöffel Leinsamenöl (ca. 5 g Alpha-Linolensäure) oder 200g Hering bzw. Makrele aus Wildfang (ca. 4 – 8 g Alpha-Linolensäure)

Praktisch kommt man dem schon recht nahe, wenn man

  • Rapsöl als Standardöl einsetzt (Rapsöl hat ein Verhältnis von Omega-6- zu Omega-3-Fettsäure von 2:1, Sonnenblumenöl dagegen enthält ca. 66% Omega-6-Fettsäuren und keine Omega-3-Fettsäuren; der food-monitor bietet eine schöne grafische Übersicht der Fettsäurezusammensetzung wichtiger Pflanzenöle)
  • 1-2x wöchentlich fettreiche Kaltwasserfische aus Wildfang (z.B. Hering, Lachs oder Makrele) und/oder
  • täglich 1 Eßlöffel Leinöl isst, z.B. im Salatdressing (Leinöl nicht erhitzen!).

In diesem Sinne wünsche ich: Guten Appetit 🙂

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