Tabelle: Salicylsäure- und Histamingehalt von Getränken

Tabelle Nummer acht mit dem Salicylsäure- und Histamingehalte von Getränken – für alle, die sowohl auf Salicylsäure wie auf Histamine achten müssen.

Anleitung zur Benutzung der Tabelle:

Bei den Getränken in der Tabelle steigt

  • von links nach rechts der Salicylsäuregehalt und
  • von unten nach oben der Histamingehalt.

Für die Getränke in den beiden obersten Zeilen gibt es keine oder nur widersprüchliche Angaben zur Verträglichkeit bei Histaminintoleranz.

Als Faustregel gilt: Getränke der Kategorie

  • 0: werden in der Regel auch von Menschen mit einer ausgeprägten Intoleranz gegen den jeweiligen Inhaltsstoff vertragen: Bei üblichen Verzehrsmengen sind keine Symptome zu erwarten
  • 1: kleinere Mengen, ab und an verzehrt, werden oft vertragen
  • 2: auch bei kleinen Mengen sind bei Menschen mit ausgeprägter Intoleranz Symptome zu erwarten; übliche Verzehrsmengen rufen meist deutliche Symptome hervor
  • 3: Symptome treten in der Regel schon bei kleinen Mengen und auch bei Menschen mit gering ausgeprägter Intoleranz auf

Die Getränke im hellgrünen Bereich gelten also als „sicher“ auch für Menschen mit starker Salicylsäure- und Histaminintoleranz. Der dunkelgrüne Bereich markiert die „sicheren“ Getränke für alle, die nur auf Salicylate achten müssen. Mit den übrigen Angaben sollte man die eigene Toleranzschwelle für beide Stoffe einigermaßen gut austesten – und hoffentlich den Speiseplan entsprechend erweitern – können.

Tabelle: Salicylsäure- und Histamingehalt von Getränken

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Kaffee

Swain hat in aufgebrühtem Kaffee (2g Kaffeepulver / 100g Wasser) Salicylsäurewerte zwischen 0 und 0,96mg / 100g gemessen. In keinem der entcoffeinierten Instant-Kaffees wurde Salicylsäure nachgewiesen, alle anderen Sorten variierten stark.

Malakar et al. (2017) haben, abweichend von Swain, in verschiedenen Instant-Kaffees mit und ohne Koffein konstant dieselben niedrigen Salicylsäurewerte gemessen. In die Tabelle wurden deshalb Instant-Kaffees mit und ohne Koffein als salicylsäurearm aufgenommen.

In der Erfahrung Betroffener variieren die Symptome nach aufgebrühtem, koffeinhaltigem gemahlenem Kaffee verschiedener Sorten stark von problemlos verträglich auch bei täglichem Konsum mehrerer Tassen Kaffee zu deutlicher Sofort-Reaktion.

Persönlich vertrage ich den Bio-Kaffee von Aldi Nord problemlos und habe bisher auch noch nie auf Espresso reagiert.

Alkohol

Alkohol hat viele verschiedene Wirkungen im Körper. Unter anderem lässt er die Schleimhäute anschwellen, was z.B. bei nasalen Polypen einer Samter-Trias per se problematisch sein kann – ganz unabhängig vom Salicylatgehalt des Getränks. Alkohol erhöht außerdem die Darmdurchlässigkeit (auch für Histamine), die Histaminausschüttung im Körper (Histaminliberator), hemmt den Histaminabbau (DAO-Hemmer) und stellt die Blutgefäße weit, was unter Umständen problematisch bei Migräne und Urtikaria sein kann. Häufig berichten Samter- und Urtikaria-Betroffene, dass sie Alkohol, wenn überhaupt, nur in kleinen Mengen vertragen.

Bier

s. Beitrag Bier ist salicylsäurearm

Tee

Anders als Swain haben Malakar et al. (2017) für Pfefferminztee (Sorten Twinnings, Tasty, Nerada) und für „English Breakfast Tee“ (Sorten Twinnings, Dilma, Madura) niedrige Salicylsäurewerte gemessen Hier könnte es sich lohnen, verschiedene Tees vorsichtig auszutesten.
Ich persönlich vetrage den Twinnings English Breakfast Tee sehr gut.

Alle Getränke

zu denen ihr Angaben in der Tabelle findet:

Ayran, natur
Bénédictine
Birnen-Drink, selbstgemacht
Birnensaft, gekauft
Buttermilch
Carob, Carobpulver
Champagner
Cider
Coca-Cola
Cointraeu
Drambui
Früchte-Tee (Beutel)
Fruchtsäfte (außer Birnensaft)
Gin
Grüntee
Hagebuttentee (Beutel)
Heilquellen-Wasser mit viel Schwefel / Kohlensäure / Fluor / Iod
Instant-Kaffee, entcoffeiniert
Kaffee, Instant-Pulver mit Koffein
Kakaopulver (ohne Zusätze)
Kamillentee
Kräutertee
Leitungswasser
Limonade, selbstgemacht
Mango-Drink, selbstgemacht
Milch
Milch mit Schokolade-/ Banane-/ Erdbeergeschmack
Milo-Pulver
Mineralwasser ohne Kohlensäure
Mineralwasser, aromatisiert
Molke
Ovaltine
Pfefferminztee
Portwein
Reismilch, Reis-Drink
Reismilch, Sojamilch mit natürlicher Vanille / natürlichem Vanillextrakt
Rotwein
Rum (Bundaberg)
Rum (Captain Morgan)
Schafmilch ohne Zusätze
Schwarztee
Schwarztee, entcoffeiniert
Schwedenmilch
Sherry
Sojamilch, Soja-Drink
Tee-Ersatz, selbstgemacht
Tia Maria
Tonic Water, ohne Konservierungsstoffe
Weißwein
Whisky
Wodka
Ziegenmilch ohne Zusätze

Quellen

Salicylsäure-Werte:

  • Malakar et al.: Naturally occurring dietary salicylates: A closer look at common Australian foods. Journal of Food Composition and Analysis 2017 April
  • Race, Sharla: The Salicylate Handbook: Your Guide to Understanding Salicylate Sensitivity. Tigmor Books 2012
  • Swain AR, Dutton SP, Truswell AS: Salicylates in foods. Journal of the American Dietetic Association 1985 Aug.: 950-60
  • Swain A, Soutter V, Loblay R: RPAH Elimination Diet Handbook with food & shopping guide. Allergy Unit, Royal Prince Alfred Hospital 2011

Histaminwerte:

  • Schweizerische Interessengemeinschaft Histamin-Intoleranz: http://www.mastzellaktivierung.info/downloads/foodlist/11_FoodList_DE_alphabetisch_mitKat.pdf

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18 Kommentare

    1. Hallo Madeleine,
      als salicylatarm getestet sind die Fenchelknolle und das Fenchelgrün. Fencheltee ist aus den Samen der Fenchel, für die ich keine Salicylsäurewerte kenne. Die Samen enthalten andere Inhaltsstoffe als die Knolle und leider können unterschiedliche Anteile einer Pflanze salicylathaltig sein – oder nicht (wie z.B. Birnenschale und Birnenfleisch). Es gibt dazu keine (bekannte) Regel, nach der man das bestimmen kann.
      Viele Grüße
      Sylke

  1. Zum Thema Kräutertee:

    Ich muss sagen, dass ich die Ergebnisse anhand meiner eigenen Erfahrung nicht so richtig nachvollziehen kann. Ergänzen will ich aber auch, dass ich erst kürzlich hier auf die Seite gestossen bin und mich noch nicht salicylsäurearm im Sinne dieser Seite hier ernähre. (Das werde ich erst noch ausprobieren). Es ist möglich, dass ich eine ungute Reaktion gar nicht ausreichend spüre. Bitte alles mit Vorsicht geniessen, was ich hier schreibe.

    Zurück zum Kräutertee. Kräutertee war und ist mir immer eine grosse Unterstützung gewesen, bei allen meinen Wehwehchen. Tee ist also nicht nur ein Durstlöscher für mich, sondern immer auch ein Getränk, bei dem ich in mich hinein höre, um zu spüren, was ich gerade brauche. Zum Beispiel hilft mir eine Tasse Gute Nacht-Tee von Salus beim Einschlafen. Eine halbe Stunde nach einer Tasse schlafe ich süss und selig. Oder anders herum: Tee-Mischungen mit Süssholzwurzeln meide ich, weil diese bei mir sofort den Blutdruck erhöhen.

    Weil Tee eine solche Wirkung bei mir hat:
    – mache ich ihn allerdings seeehr dünn, seeehr hell und wenig geschmacksintensiv
    – und es ist immer Demeter, Bio – Tee oder Apotheken Tee
    – und wann immer es geht, mache ich den Tee aus frischen Blättern, Blüten oder frischem Obst
    – und niemals „Kräutertee“, den ich nicht selber gemacht habe.

    Um eine gesundheitliche Wirkung mit Kräutertee zu erzielen, muss ich oft gar nicht so viele Tasse trinken, wie z.B. auf Apothekentees angeben. Eine Tasse dünner Kamillentee bedeutet bei mir: Meinem Bauch geht es wieder super und ich bin tiefenentspannt für den ganzen Tag.

    Ich benutze z.B. bei Teebeutel – Tee einen Teebeutel (1-2g) auf mindestens einen Liter Tee. Ab 1,3 Liter benutze ich zwei Teebeutel.
    Ich giesse Apfelschnitzel mit heissem Wasser auf und geniesse meinen Früchtetee.
    Ich benutze frische Malvenblüten, die ich einfach vom Strauch zupfe, giesse sie mit heissen Wasser auf. Das Wasser wird ein wenig blau, das ist bei jedem Malventee so. Der Tee ist aber toll für mich, wenn gerade wieder Asthmabeschwerden im Vordergrund stehen. Ich trockne mir die Blüten und andere Kräuter sogar für die Winterzeit (Verbene und Lindenblüten z.B.)

    Und ich hatte bisher auch das Gefühl, dass mir Ingwer und Minze in Teeform gut tun. Auch da nehme ich nie so viel, wie ich z.B. sonst in Restaurants sehe … da sind ja manchmal ganze Sträusse in einem frischen Tee. Bei mir wieder ein Stängel für meine grosse 1,3 Liter Kanne. Das mit dem Ingwer und der Minze will ich demnächst aber nochmal prüfen, indem ich eine Weile salicylsäurearm esse, so wie hier auf den Seiten angegeben.

    1. Liebe/r Chris,
      Danke, dass du deine Erfahrungen hier weiter gibst. In der Tat ist es so, dass Unverträglichkeits-Reaktionen auf einzelne Lebensmittel oder Lebensmittelinhaltsstoffe erst nach einer Auslassphase zugordnet werden können, da die Reaktionen zuvor so dauerhaft sind, dass man nicht entscheiden kann, was sie auslöst. Das ist bei einer Salicylat-Intoleranz nicht viel anders als zum Beispiel bei einer Histamin-Intoleranz.

      Viele Lebensmittel sind aber auch gar nicht auf ihren Salicylsäuregehalt überprüft. Dh. bei vielen Tees, beispielsweise, ist gar nicht bekannt, ob sie Salicylate enthalten. Man könnte sie also auch – nach einer Karenzphase – einzeln durchtesten und so feststellen, was und wieviel davon man verträgt und was nicht.

      Da wir alle verschieden sind, auf unterschiedliche Gehalte an Salicylaten reagieren, evtl. auch noch andere „Baustellen“ haben, die bei der Ernährung eine Rolle spielen, sollte eine individuelle Austestung im Anschluss an eine Karenzphase bei einer Salicylat-Intoleranz sowieso Standard sein, schon um sich nicht unnötig einzuschränken. Tees auszutesten wäre da nur eine logische Komponente der Austestung bei jemandem, der gerne Tess trinkt 🙂

      Viele Grüße und alles Gute für dich!
      Sylke

  2. Ich habe auf der englischen Wikipedia Seite gelesen, dass Alkohol generell im Verdacht steht in einer Verbindung zu Asthmareaktionen zu stehen. Das deckt sich mit meiner Erfahrung.

    1. Lieber MArc,
      ja, Alkohol ist schwierig, auch bei Salicylat-Intoleranz, insbesondere, wenn sie mit einer HI einher geht. Alkohol lässt unter anderem die Schleimhäute anschwellen, was bei nasalen Polypen nicht gut ist. Alkohol erhöht außerdem die Darmdurchlässigkeit, die Histaminausschüttung im Körper (Histaminliberator), hemmt den Histaminabbau (DAO-Hemmer) und stellt die Blutgefäße weit, was unter Umständen problematisch bei Migräne und Urtikaria sein kann. Häufig berichten Samter- und Urtikaria-Betroffene, dass sie Alkohol, wenn überhaupt, nur in kleinen Mengen vertragen.
      Viele Grüße
      Sylke

  3. Hallo,

    hat vielleicht jemand Erfahrung mit Früchtetee? Ich habe mich schon seit geraumer Zeit nicht mehr an Tee getraut, weil ich einmal schlecht darauf reagiert habe. Heißes Wasser mit Ahornsirup oder Karamell möchte ich derzeit nicht trinken, da ich Süßes meide. In der Tabelle habe ich gesehen, dass es zum Früchtetee keine Angaben gibt, aber vielleicht gibt es ja jemanden, der mit einem bestimmten Früchtetee gute Erfahrungen gemacht hat. Ansonsten muss ich wohl Kamillentee ausprobieren, da dieser (laut Tabelle) gut verträglich ist.

    Viele Grüße und danke vorab!
    Christin

    1. Hallo Christin,
      Erfahrung mit gekauftem Früchtetee habe ich nicht, aber du könntest dir Früchtetee evtl. aus erlaubten Früchten selbst herstellen? Mindestens die Organgenschalen sollten ein gutes Arome abgeben (ich vertrage die Schalen in Orangenmarmelade gut), Apfel ist ja auch meist in Früchtetees und evtl. geht auch Kaki?
      Viele Grüße
      Sylke

      1. Liebe Sylke,
        vielen Dank für deine schnelle Antwort und die Ratschläge! Früchtetee selbst herzustellen ist eine tolle Idee. Ich muss mal schauen, ob das klappt, weil ich an sich gar kein Obst vertrage (bekomme davon am nächsten Tag starke Wassereinlagerungen im Körper). Vielleicht ist es aber im Tee nicht so schlimm. Ich probiere es mal in einer kleinen Dosis aus – danke!
        _______

        Ansonsten möchte ich nur kurz anmerken, dass ich von der Website wirklich begeistert bin. Ich lese schon seit geraumer Zeit hier (schreibe auch ab und an mal einen Kommentar) und habe sehr viel Hilfe und positive Anregungen erfahren. Ich finde es auch super, dass ich immer sehr schnell eine Antwort erhalte. Aus diesem Grund unterstütze ich diese Website sehr gerne – danke!

        Viele Grüße
        Christin

        1. Liebe Christin,
          vielen Dank für deinen Kommentar und deine lieben Worte! Über deine Unterstützung freue ich mich sehr 🙂 Berichte doch, ob es mit dem Früchtetee geklappt hat!?
          Viele Grüße
          Sylke

  4. Hat jemand Erfahrung mit Instant Kaffee Sorten oder mit Koffeintabletten?
    Ich merke dass ich wegen den kortisonbedingten Schlafstörungen dringend etwas aufputschendes brauche, dass Salizylsäurearm oder -frei ist.

    1. Hallo Marc,
      ja, Koffein ist wichtig 😉 Ich vertrage gut sowohl den Instant-Kaffee mit Koffein von Aldi Nord wie auch den Bio-(Koffein)-Kaffee von dort. Aber z.B. auch die Hausmarke der Bio Company (falls es die bei euch gibt) und den Heimbs-Gastro-Kaffee, den es in manchen Restaurants gibt. Und auch auf Espresso hab ich noch nie reagiert. Die Tschibo-Hausmarke dagegen macht mir sofortiges Asthma.
      Vielleicht kann der eine oder andere noch seine Erfahrungen beisteuern?
      Schlafen (und Schlaf ersetzen …) kann ich übrigens viel besser, seit ich mir vor Jahren die Technik des Autogenen Trainings in einem VHS-Kurs angeeignet habe: das ist jetzt meine Allzweck-Waffe in schlafschlechten Zeiten 🙂
      Viele Grüße
      alles Gute
      und einen guten Start ins Neue Jahr!
      Sylke

      1. Ich selbst habe Chan Mi Qi Gong für mich entdeckt zum Einschlafen. Und meine Arthroseschmerzen waren in kürzester Zeit weg. Was super ist, weil ich schon genug Medikamente nehmen muss.

        Wenn mich die Kortisonmedikamente (wegen der Wirkung auf die Nebennieren) zwischen 4-5.30 Uhr wecken, helfen mir die Entspannungstechniken die ich alle sehr gut beherrsche, leider nicht so gut, wie ich es mir wünschen würde.

  5. Hallo Sylke! Du sprichst hier von Getränken- und Lebensmittellisten. Ich kann aber keine sehen. Werden die nicht angezeigt und muß man die bei Dir anfordern?

  6. Hallo Silke,
    hast du bei entkoffeiniertem schwarzem Tee eine Ahnung, wie der histaminmäßig wirken könnte? Wohl ähnlich oder? Fermentiert ist der ja trotzdem. Das hat ja mit dem Koffein nichts zu tun.
    LG Inschi

    1. Hallo Inschi,
      ich habe zur Verträglichkeit bei HIT keine Angaben, aber ja, ich würde auch davon ausgehen, dass entcoffeininierter Schwarztee sich bzgl. der Histamine genauso verhält, wie der nicht entcoffeinierte.
      Viele Grüße
      Sylke