Wieviele Samter-Trias-Betroffene gibt es in Deutschland?

Die Angaben zur Prävalenz – der Häufigkeit – der Samter-Trias unterscheiden sich stark je nachdem, wie die jeweiligen Studien durchgeführt wurden. Die meisten Studien zur Prävalenz von Samter-Trias beziehen sich entweder auf alle Asthmathiker eines Landes oder nur auf Asthmatiker, die zur Behandlung an spezialisierte Asthmazentren überwiesen wurden. In der Regel sind das dann besonders schwere Fälle von Asthma.

In einer Meta-Analyse zur Prävalenz von Samter-Trias haben Morales und Kollegen sieben verblindeten Placebo-kontrollierte Studien unter Asthmatikern einerseits und elf Beobachtungsstudien andererseits aus verschiedenen Ländern untersucht. Die Diagnose Samter-Trias wurde in den verblindeten Placebo-kontrollierten Studien bei einem Abfall des FEV1 ≥20% gestellt. (Der FEV1-Wert – Forced Expiratory Pressure in 1 Second oder Einsekundenkapazität – gibt an, wieviel Luft eine jemand maximal bei forcierter Ausatmung in 1 Sekunde ausatmen kann. Eine Testperson galt also als Samter-Trias-Betroffener, wenn nach Einnahme von ASS die maximale Ausatemluft in einer Sekunde um 20% gegenüber dem Ausgangswert abfiel.)  In den Beobachtungsstudien basierte die Diagnose Samter-Trias auf der Selbsteinschätzung von Asthmatikern nach Asthmareaktionen auf die Einnahme von ASS oder NSAR.

In den von Morales et al. untersuchten Studien reichen die angegebenen Prävalenzen für Samter-Trias unter Asthmatikern von 1,9% bis 20,7%. Für Erwachsene ergibt sich daraus ein Mittelwert von 9-10%, für Kinder ein Mittelwert von 11%. Die Studien an Kindern bezog sich auf Kinder mit schwerem Asthma an hochspezialisierten Zentren und liegt nach der Vermutung der Autoren in der generellen Asthmapopulation deshalb wahrscheinlich deutlich niedriger.

Prävalenz der Samter-Trias definiert durch verblindete, Placebo-kontrollierte orale Provokationstests oder durch Selbsteinschätzung in Beobachtungsstudien (Morales et al. 2015: 830)

In einer ähnlichen Meta-Analyse von Rajan et al. variiert die Prävalenz der Samter-Trias unter Asthmatikern je nach Studiendesign von 5,5 bis 12,4%. Im Mittel liegt die Prävalenz in dieser Meta-Studie unter erwachsenen Asthmatikern bei 7% und bei Erwachsenen mit schwerem Asthma bei 14%.

Wie hoch ist also die Prävalenz der Samter-Trias in Deutschland?

Legt man eine durchschnittliche Häufigkeit von 7-10% der Samter-Trias unter erwachsenen Asthmatikern zugrunde und geht man davon aus, dass von den rund 83 Millionen Erwachsenen in Deutschland knapp 10% in ihrem Leben von Asthma betroffen sind (vgl. http:// www.rki.de/geda) dann sind in Deutschland etwa 0,7 – 1% oder 581.000 – 830.000 Erwachsene von Samter-Trias betroffen.

Wir sind nicht allein! 🙂

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2 Kommentare

  1. Das sind doch gar nicht so wenige. Aber offensichtlich zu wenige, als dass sich ernsthaft um Forschung bemüht wird. Ich habe das schon einen langen Leidensweg hinter mir. Angefangen von der Unfähigkeit zur Diagnose seitens meines Pneumologen, über die immer wieder vorkommende Gabe von Medikamenten aus der NSAID Familie durch behandelnde Ärzte, bis hin zur ASS-Desaktivierung, die am ersten Behandlungstag in einer Pankreatitis mündete. Und dann die Schmerzen mit Novaminsulfon behandelt wurden. Herzlichen Dank auch.

    Inzwischen versuche ich mich in strenger Diät und nehme täglich Fischöl, Leinöl, Zink sowie ein homöopathisches Mittel und habe das Gefühl, es wird besser. Hat jemand hier Erfahrungen mit der Einnahme dieser Mittel? Ich bin bei Dr. Zisch in Freising in Behandung und würde inzwischen alles tun, um wieder richtig atmen und wenigstens ein bisschen riechen zu können.

    1. Nein, das sind gar nicht so wenige: etwa so viele, wie von einer Histamin-Intoleranz betroffen sind. Und es gibt schon Forschung, allerdings überwiegend durch die Pharma-Industrie, die natürlich nach wirsamen Medikamenten forscht, nicht nach alternativen Linderungsmöglichkeiten.

      Zu deinen Fragen: mit Fischöl habe ich persönlich sehr schlechte Erfahrungen gemacht (mittelschwerer Asthmaanfall nach jeder Kapsel). Leinöl vertrage ich gut und habe auch das Gefühl, dass es hilft. Jedenfalls habe ich darauf keine negativen Reaktionen. Zink und Co.: hast du mal testen lassen, ob bei dir ein Mangel besteht? Evtl. auch an anderen Mineralstoffen / Vitaminen? Wäre sicher sinnvoll, denn dann kan man gezielt substituieren, was fehlt, statt zu raten. Allerdings kennen sich damit wahrlich nur wenige Ärzte aus … 🙁

      Liebe Grüße
      Sylke